Bilk : Neue Wege in der Kunst-Branche

An der Bilker Allee gibt es seit Kurzem einen neuen Raum für Kunst. Inhaberin Marianne Rogalli möchte in ihrem "Studio Fluxus" mehr als ausschließlich Bilder und Skulpturen zeigen und verkaufen. Sie plant einen überregionalen Austausch.

Die neuen Geschäftsräume von Marianne Rogalli sehen aus wie eine typische Kunst-Galerie. Weiß gestrichene Wände lenken die Blicke zu den ausgestellten Bilder und Skulpturen, auf einem großen Tisch halten Kataloge viele Informationen über Künstler und deren Werke bereit. Sitzgelegenheiten gibt es nicht, so dass Besucher zwangsläufig mit der Kunst auf Augenhöhe sind. Aber "Studio Fluxus" – so heißt die Neueröffnung Rogallis – soll anders sein als eine Kunst-Galerie, in der Galeristen die Kunst auf Provision verkauften. Marianne Rogalli distanziert sich ebenfalls vom Konzept des klassischen Kunsthandels, bei dem der Geschäftsmann die Werke erst erwirbt und dann weiterveräußert. "In meinem Studio lege ich Wert auf das offene Arbeiten und das Nicht-Festgelegte", sagt Rogalli. "Ich möchte Künstler einladen, etwas Individuelles zu gestalten. Werke, die nicht zwangsläufig verkauft werden müssen."

Für ihre erste Ausstellung nutzt Marianne Rogalli indes das bewährte Konzept, Werke zweier Absolventen der Kunstakademie Düsseldorf zu zeigen. Anne-Katrin Puchner etwa, die im Jahre 2006 ihr Studium an der Kunstakademie Düsseldorf abschloss. Sie bezeichnet ihre Werke als "nicht greifbar". Viel Licht setzt sie ein, denn "Licht macht die Verbindung zwischen Installation und Raum sichtbar", erklärt die 39-Jährige. Ihre Arbeiten entziehen sich der Greifbarkeit und strahlen etwas Fragiles aus. Außer Puchner hat Marianne Rogalli auch Michael Dekker für ihre Premiere gewonnen. Er macht aus Beton, Stahl, Bronze sowie Lack harmonisch und natürlich erscheinende Skulpturen. Dekker hat sein Studium in diesem Jahr als Meisterschüler Tony Craggs abgeschlossen.

Rogalli hat für ihr Studio "Fluxus" noch weitere Pläne, mit denen sie über die Grenzen Düsseldorfs hinausblicken möchte. "Ich werde mit Kunst-Galerien anderer Städte zusammenarbeiten", sagt sie. So soll ein Künstler nicht ausschließlich bei ihr in Düsseldorf seine Werke zeigen, sondern standortübergreifend auch beispielsweise in Berlin – "am besten gleichzeitig oder auch direkt im Anschluss", so hofft Rogalli. "So eine Doppelausstellung wird viele Freunde von Kunst neugierig machen. Es gibt viele Menschen, die für eine Ausstellung weite Strecken fahren oder auch fliegen."

Die aktuelle Doppelausstellung mit den Bildern, Installationen und Skulpturen von Anne-Katrin Puchner und Michael Dekker ist noch bis zum 11. Oktober im Fluxus Studio zu sehen. Ein anschließendes Projekt plant Marianne Rogalli bereits, Namen oder Termine möchte sie zurzeit nicht verraten. Aber mit sieben Künstlern stehe sie in Kontakt, so dass in den kommenden Monaten noch viel zu sehen sei im "Fluxus". Kunstinteressierte Besucher könnten gespannt sein, sagt Rogalli. "Ich werde Objekte und Installationen zeigen, die mit dem Raum inter-agieren werden."

Marianne Rogalli zeigt im Studio Fluxus nicht ausschließlich Kunst. Unter dem Titel "Bringen und Erwerben" baut sie sich ein zweites Standbein auf und nimmt hochwertige Damenbekleidung in Kommission. Im Fluxus-Studio zeigt sie aber nur wenige Einzelstücke. Den Großteil der Ware präsentiert die Geschäftsfrau digital – entweder per Tablet-Computer in ihren Fluxus-Räumen oder im Internet.

Studio und Salon Fluxus, Bilker Allee 70, dienstags, mittwochs und freitags, 12 bis 18 Uhr, donnerstags, 12 bis 20 Uhr, samstags, 11 bis 14 Uhr, www.fluxus.cc

(lod)