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Stadtmitte: Neue Galerie zeigt Malerei aus Asien

Stadtmitte : Neue Galerie zeigt Malerei aus Asien

Die Geschäftsfrau Philine Cremer eröffnete kürzlich ihre Kunsthandlung nahe dem Worringer Platz. Der Schwerpunkt ihres Portfolios liegt auf zeitgenössischer Kunst aus China und Korea.

Vor allem die 350 Zentimeter hohen Wände hätten sie überzeugt, sagt Philine Cremer. "Der helle Raum mit den Fenstern zur Straße hat eine geschickte Aufteilung mit vielen Möglichkeiten für große Bilder. Da habe ich nicht lange gezögert." Nach einer umfangreichen Renovierung konnte die einst als Unternehmensberaterin arbeitende Cremer ihren Traum von einer eigenen Galerie erfüllen. Seit November des vergangenen Jahres stellt sie Kunst aus, die es auf dem deutschen Markt noch schwer habe: Malerei chinesischer und koreanischer Künstler.

Ihre Arbeit sei eine Herausforderung. "China bietet einen riesigen Markt, und es ist nicht immer leicht, hochwertige Malerei zu finden und nach Deutschland zu bringen", sagt Cremer, die in Bonn aufwuchs und nun in Derendorf wohnt. Sie war 1992 erstmals nach Peking gereist und arbeitete später einige Zeit in Shanghai. Ihre Leidenschaft für China wuchs, und mit den Jahren wurde die nun 32-Jährige zur Fachfrau für den asiatischen Kunstmarkt. "In China funktioniert vieles ganz anders als hier", erklärt sie. Viele Rollen seien anders verteilt. Zum Beispiel sind die Kuratoren oft gleichzeitig die Kunstkritiker — in Deutschland undenkbar. Andererseits orientieren sich die Ausstellungskonzepte an denen in Europa, etwa am sechswöchigen Rhythmus einer Kunstschau mit Vernissage und Finissage. "Nach dem Tod von Staatspräsident Mao Zedong im Jahr 1976 öffnete sich China politisch und wirtschaftlich. Auch die Künstler nahmen neue Strömungen und Ansätze aus Europa und Amerika auf", sagt sie.

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Ein Vertreter dieser neuen Generation sei Zhang Fangbai, der zu einem der ersten Studentenjahrgänge nach Chinas Kulturrevolution gehört. "Er malt authentisch und arbeitet sich auch körperlich intensiv an einer Leinwand ab", sagt die Galeristin begeistert. "Ihm gelingt eine einzigartige Verknüpfung traditioneller chinesischer Tusche-Stilistik mit Techniken der Ölmalerei. Seit mehr als 15 Jahren malt er Adler und lotet in seiner Serie die Möglichkeiten des Ausdrucks durch vielseitige Variationen aus." Cremer zeigt die Ausstellung "Eagle Stories" mit Werken Zhang Fangbais noch bis Ende August.

Philine Cremer möchte in ihrer Galerie nicht ausschließlich Kunst zeigen. "Für mich ist wichtig, auch Wissen über chinesische Malerei zu vermitteln", sagt sie. Daher legt sie viel Wert auf ihre Ausstellungskataloge. Sie enthalten selbst geführte und in zwei Sprachen übersetzte Interviews mit den Künstlern, zahlreiche Abbildungen der Gemälde sowie Analysen der Kunst. Für diese Beiträge gewann sie Fachleute, etwa Elisabeth Marie Trux, Dozentin für Kunstgeschichte an der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität.

Ihr Portfolio sei eine gute Ergänzung für den Düsseldorfer KunstMarkt, sagt Philine Cremer. Nun, nach dem ersten halben Jahr, ist sie zufrieden mit ihrem Geschäft. "Das Feedback vieler Kunstsammler ist positiv." Auch den Standort habe sie richtig gewählt. "Die Ackerstraße hier so nahe am Worringer Platz ist ein total kreativer Ort. Die Miete ist preislich realistisch, und die Menschen sind international und offen für Kunst."

(lod)