Rückert-Gymnasium in Düsseldorf Rath wird für 54 Millionen Euro saniert

Schulbau : 54 Millionen Euro für Rückert-Sanierung

Die Schule soll zusätzliche Räume erhalten, und das Gebäude wird komplett überholt. Während der zwei Jahre langen Bauarbeiten wird das Gymnasium in einen Containerstandort ausgelagert.

Mehr als erfreut zeigten sich die Mitglieder der Bezirksvertretung 6 darüber, dass das Friedrich-Rückert-Gymnasium, in dem auch das Abendgymnasium untergebracht ist, noch in diesem Jahr eine Kernsanierung erhalten soll. „Das stärkt den Schulstandort und bedeutet eine Aufwertung für den Stadtteil Rath“, sagt Karsten Körner (FDP).

Stimmt der Rat der Stadt am 7. März dem Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss zu, können die 54,8 Millionen Euro teuren Arbeiten bereits in den Herbstferien starten. Für den Betonbau aus dem Jahr 1973, der seitdem nur wenig verändert wurde, wurde bereits 2011 eine umfassende Sanierung beschlossen. Es bestehen unter anderem erhebliche Mängel im Bereich der Bausubstanz, des Brandschutzes, der Akustik, der Barrierefreiheit, der naturwissenschaftlichen Fachräume und der Haustechnik. Das Projekt umfasst die energetische Erneuerung der gesamten Gebäudehülle. „Die Fassade erhält im Zuge dessen neue Fensteranlagen sowie vorgehängte Platten in Betonoptik“, teilt das Schulverwaltungsamt mit. Eingebaut werden eine neue Lüftungstechnik, Heizungsanlage, elektrische Anlagen und Toiletten, die nicht mehr im Außenbereich, sondern im Gebäude selbst untergebracht werden. Das im Souterrain liegende Atrium soll nun mit Glaselementen und massiven Wänden akustisch vom Erdgeschoss getrennt werden. Dadurch kann der Bereich als Versammlungsstätte für bis zu 1150 Personen genutzt werden, ohne dass der Schulbetrieb gestört wird „Es entsteht somit ein Gebäude mit einem Neubauwert“, sagt das Schulverwaltungsamt. Die Behörde wies darauf hin, dass ein Abriss der Schule und ein Neubau wesentlich teurer geworden wäre.

Zudem soll das Gymnasium künftig mehr Schüler aufnehmen, wird desahlb von vier auf fünf Züge erweitert. Dafür werden zusätzliche Räume benötigt. In einem zweigeschossigen Anbau sollen deshalb neue naturwissenschaftliche Fachräume zum Beispiel für Informatik, Robotik, Physik und ein Schülerlabor eingerichtet werden. „Darüber freuen wir uns sehr, denn wir wollen IT-freundliche Schule werden, bauen den IT-Schwerpunkt gerade stark aus“, sagt Schulleiterin Dorothee Pietzko.

Außerdem wird an die vorhandene Dreifachsporthalle, die bereits vor einigen Jahren kernsaniert wurde, eine Einfeld-Sporthalle angebaut. Diese wird auch dem Vereinssport zur Verfügung gestellt. Auf dem Flachdach der Halle soll eine Photovoltaik-Anlage installiert werden. Bei der Sanierung wird auch ein lang bestehender Wunsch der Schule und der Bezirkspolitik erfüllt. Das Gymnasium erhält einen neuen und besser erkennbaren Haupteingang, der dann auch von der St.-Franziskus-Straße aus erschlossen wird. Die gesamte Außenanlage wird neu strukturiert, erhält unter anderem zwei Freitreppen und ist, ebenso wie das gesamt Schulgebäude, dann barrierefrei.

Im laufenden Schulbetrieb würden die Arbeiten mindestens fünf Jahre dauern. Um diese Zeit auf zwei Jahre zu verkürzen, soll die gesamte Schule mit ihren 750 Schülern und 60 Lehrern in Container mit Fachräumen und einer Mensa umziehen, die auf einem ehemaligen Sportplatz an der St.-Franziskus-Straße aufgestellt werden. „Da diese Anlage Flure und Treppenhäuser besitzt, fühlt sie sich an wie ein richtiges Gebäude“, sagt die Verwaltung. Die Bezirkspolitiker wollen, dass dann der neue Schulweg bei den Planungen beachtet wird. „Der Bürgersteig entlang der St.-Franziskus-Straße ist nicht sehr breit. Dort sollten Sicherungsmaßnahmen geprüft werden“, sagt Ratsherr Marcus Münter (CDU). Peter Rasp (SPD) regt zudem an, frühzeitig die Rheinbahn über die Schulverlagerung und die damit neuen Anfahrtswege zu informieren.