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Pfarrer Christoph Dielmann lebt und arbeitet zurzeit in Australien.

Düsseldorfer Pfarrer im Ausland : Musik verbindet auch in Australien

Drei frühere Düsseldorfer Seelsorger arbeiten derzeit im fernen Ausland. Darunter ist auch Pfarrer Christoph Dielmann, der viele Jahre in Mörsenbroich tätig war.

Fast 120 Pfarrerinnen und Pfarrer sind im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zurzeit im Auslandseinsatz. Sie betreuen die deutschsprachigen Gemeinden, die es in der ganzen Welt gibt, denn rund zwei Millionen evangelische Deutsche leben dauerhaft im Ausland. Drei frühere Düsseldorfer Seelsorger sind derzeit im Ausland tätig, darunter Pfarrer Christoph Dielmann. Er war 15 Jahre lang Pfarrer an der evangelischen Thomaskirche in Mörsenbroich. 2015 konnte er sich den Traum eines Auslandspfarramts erfüllen. Den 53-Jährigen und seine Familie zog es nach Australien. Dielmann hat in Melbourne eine Pfarrstelle an der deutschen evangelisch-lutherischen Dreifaltigkeitsgemeinde angenommen.

Im Gepäck waren vier Gitarren und weitere Instrumente. Denn Dielmann hatte schon in Düsseldorf viel Musik in die Kirche gebracht. Und auch in Australien kommen die Gitarren im Gottesdienst zum Einsatz. „Einen großartigen deutschsprachigen Gitarrenlehrer konnte ich finden, der mich ordentlich fordert. Weiterhin arrangiere ich Kirchenlieder für die kleine Band, die hier in Familiengottesdiensten spielt“, sagt Dielmann.

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Aber auch viel Erfahrung hat er aus Düsseldorf nach Melbourne mitgenommen. „Das Wichtigste, was eine Pastorin oder ein Pastor in eine neue Stelle mitbringt, ist das Vertrauen, das ihnen die Leute in der alten Stelle schenkten. Das sind viele hundert Gespräche, geteiltes Leid, geteilte Freude, Dankbarkeit und Hoffnung. So bin ich den Menschen an der Thomaskirche dauerhaft verpflichtet. Da habe ich schon viele Geschichten über Migration gehört, etwa über die Flucht nach dem Krieg. Die Menschen in der Dreifaltigkeitsgemeinde in Melbourne haben diese Seelsorge-Erfahrung für mich noch einmal vertieft. Migranten unterschiedlichen Alters stehen zwischen zwei Ländern und bringen Kulturen und persönliche Beziehungen über große Distanzen zusammen.“

Dielmann fasziniert, dass bei Auslandsgemeinden fast alle Teilnehmer des Gottesdienstes hinterher zusammen bleiben, egal ob sie regelmäßig den Gottesdienst besuchen oder auch Fremde sind. „Die Menschen freuen sich einfach riesig, sich in ihrer Muttersprache auszutauschen. Ein kostbarer Anstoß für meine zukünftige Gemeindearbeit in Deutschland wird die Frage sein, was gegeben sein muss, dass Fremde gern zum Kaffee bleiben?“

2022 wird Dielmann mit seiner Familie zurück nach Deutschland kommen. Darauf freut er sich. „Aber dann werden wir zu einem gewissen Teil in uns drinnen Australier sein. Wir werden Heimweh nach Australien haben. Die großartige Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen hier möchten wir auch in Deutschland für uns selbst und andere weitertragen“. Innerhalb der evangelischen Landeskirche bekommt er dann eine neue Stelle zugewiesen – möglicherweise wieder in Düsseldorf. Seine alte Gemeinde rund um die Thomaskirche wurde allerdings inzwischen mit anderen Gemeinden zur Emmaus-Gemeinde zusammengeschlossen. Das Kirchengebäude selbst soll demnächst abgerissen werden.