Mörsenbroicher diskutieren bei der Mobilen Redkation

Mobile Redaktion : Mörsenbroich braucht eine Mitte

Die Mörsenbroicher leben gerne in ihrem Stadtteil. Kritik gibt es aber zu der teilweise schwachen Infrastruktur, wie am Wochenende die Diskussion bei der Mobilen Redaktion der Rheinischen Post zeigte.

Die Mörsenbroicher schätzen in ihrem Stadtteil die vielen Grünanlagen und die Nähe zum Wald, genießen die Ruhe in den kleineren Wohnstraßen und loben die gute Anbindung in vielen Gebieten an den ÖPNV. Es gibt aber auch viele Ideen und Wünsche, wie der Stadtteil noch lebenswerter gestaltet werden und endlich auch eine Identität erhalten könnte. Angeregt diskutiert wurde darüber am Samstag bei der Mobilen Redaktion der Rheinischen Post.

Hildegard Arndt-Heister würde sich beispielsweise wieder mehr Blumenrabatten im Stadtteil wünschen, „denn wir brauchen auch etwas für unsere Seele“. Dass die vorhandenen Grünanlagen in der Gartenstadt nicht ordentlich aussehen, teilweise zertrampelt und verschmutzt wurden, regt Karin Nicolai auf. „Das liegt vielleicht auch daran, dass in dem Wohngebiet keine Angebote für Jugendliche wie ein Bolzplatz eingerichtet wurden.“

Bei vielen Stadtteilen in Düsseldorf ist es ein Problem, ein klares Zentrum zu definieren, das gilt insbesondere für Mörsenbroich. „Zwischen der Gartenstadt Reitzenstein und der Münster Straße an der Grenze zu Rath liegen natürlich Welten“, sagt auch Pavle Madzirov von der CDU. Umso erfreuter ist er, dass die geplante Weiterentwicklung rund um den Vogelsanger Weg mit einer Hybrid-Lösung (Einzelhandel im Erdgeschoss, Wohnen in den oberen Etagen) jetzt endlich Form annimmt. „Diesen gordischen Knoten haben wir damit durchschlagen.“

Über den neuen Rewe im Neubaugebiet Reitzenstein freuen sich alle Mörsenbroicher. Doch es gibt bekanntlich nichts, was sich nicht noch verbessern ließe. So weiß Ferry Weber (FDP), dass womöglich noch dieses, spätestens aber Anfang nächsten Jahres die Elektro-Tankstelle an den Parkplatz des Supermarktes kommt. „Stadtwerke, der Marktleiter von Rewe und der Eigentümer der Immobilie ziehen da an einem Strang. Mörsenbroich war bislang ein weißer Fleck auf der Landkarte, was Elektromobilität betrifft, das wird sich nun ändern“, sagt Weber.

Liselotte Trebblin hat noch einen weiteren Vorschlag für das neue Wohngebiet: „Man sollte im Bereich Alte Kaserne/Lenaustraße noch eine Haltestelle für die Linie 733 hinzufügen, die Wege gerade für ältere Menschen sind sonst doch sehr weit.“ Mit der Rheinbahn hadert auch Wilfried Kullmann vom Bürgerverein Mörsenbroich: „Dass die U72 nicht durchgehend zum ISS Dome fährt und die Fahrgäste abends dazu gezwungen sind, an der Heinrichstraße in Busse umzusteigen, ist nicht nachvollziehbar.“ Ebenfalls ein Kritikpunkt der Menschen in Mörsenbroich: die Schließung der Sparkasse an der Haeseler Straße. „Dass die Kunden jetzt nach Flingern oder ins Zooviertel gehen müssen, ist inakzeptabel“, sagt Kullmann.

Yvonne Charisius lobt, dass die Grundschule Max-Halbe-Straße tolle Erweiterungsräume für die 200 Schüler erhalten hat. „Die Digitalisierung muss dort aber voranschreiten. Bislang gibt es an der Schule nur elf Computer. Das geht gar nicht.“ Vera Zastrow bemängelt wiederum den Zustand vieler Straßenschilder. „Die sind total verschmutzt und damit unleserlich und hässlich anzusehen.“

Erika Schmehl ist mit dem ÖPNV sehr zufrieden, wünscht sich aber bessere Radwege. Ein Anliegen, das auch Bezirksbürgermeister Ralf Thomas seit vielen Jahren verfolgt. Besonders der Radweg an der Münsterstraße regt ihn auf. „Die ist ein einziger Flickenteppich, zum Teil mit einer gefährlichen Kante zwischen Rad- und Fußweg.“ Er wies zudem auf ein neues Problem hin. „An der St.-Franziskus-Straße wurde eine Metrobus-Haltestelle eingerichtet. Dort nimmt nun der Radweg an einer Stelle komplett den gesamten Gehweg ein. Das ist ein Schildbürgerstreich, und Probleme sind programmiert.“

Kaum etwas zu meckern hat eine Mörsenbroicherin, die im Bereich Ludwig-Beck-Straße wohnt: „Ich fühle mich hier sau wohl, es gibt Aktivitäten vom Veedelszug bis zu kulturellen Angeboten der Kirchen.“ Nur eines ärgert die Dame nachhaltig: „Den Aufruhr im Stadtteil, als es um die Unterbringung der Flüchtlinge ging, fand ich unerträglich. Das hat doch super geklappt.“

Mehr von RP ONLINE