Mörsenbroich: Kitakinder freuen sich über Hund Oskar

Mörsenbroich: Kitakinder freuen sich über Hund Oskar

Zur Kindertagesstätte St. Franziskus-Xaverius gehört nun ein Hund. Die Kinder haben durch ihn Ängste abgebaut.

Tiere bringen Spaß und Lebensfreude. Deshalb werden sie auch immer mehr in Therapien eingesetzt oder als Besuchstiere in Kitas und Seniorenheimen. Immer mehr Kindertageseinrichtungen und Schulen ist das aber zu wenig. Sie wollen dauerhaft einen Vierbeiner in ihrer Einrichtung haben, zumal die positive Wirkung von Tieren auf die kindliche Entwicklung seit langem bekannt ist. Und so hat sich auch die katholische Kindertagesstätte St. Franziskus-Xaverius für einen Hund entschieden.

Seit drei Monaten begleitet der 22 Wochen alte Labradorwelpe Oskar viermal in der Woche seine Besitzerin Lucia Harren-Renk, die Leiterin der Tagesstätte, zur Arbeit. Dort hält er sich in den Büroräumen auf und hat als Rückzugsort eine Hundebox stehen. Bei Bedarf begleitet er die Leiterin durch die Räume und nimmt Kontakt zu den Kindern auf. Diese wurden vorab gründlich auf die Begegnung vorbereitet.

"Wir waren mit den Kindern in einer Hundeschule und dort konnten sie erleben, was ein Hund alles lernen kann", sagt Harren-Renk. Und auch Oskar muss noch viel lernen. So besucht er zweimal die Woche solch eine Hundeschule. Er kann dort den Umgang mit anderen Hunden üben und trainiert mit seiner Besitzerin, auf Kommandos zu hören. "Ich muss mich auf ihn verlassen können und er sich auf mich", sagt Harren-Renk.

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Die Kinder wiederum haben inzwischen gelernt, wie man mit Oskar Kontakt aufnimmt, wann dieser gestreichelt werden darf und was man auf keinen Fall machen sollte, wie sich beispielsweise über das Tier beugen. Spielerisch entwickeln sie vor dem Hund Achtung und Respekt. "Das Büro hat eine Glastür und trotzdem hat dort noch kein Kind gegengeklopft. Sie achten die Bedürfnisse des Tieres", sagt die Leiterin. Ihr ist es wichtig, Kindern die Angst vor Hunden zu nehmen. Denn schließlich würden rund zehn Millionen Hunde in Deutschland leben und Kinder kämen so dauern mit den Vierbeinern in Kontakt.

Besonders Jungen und Mädchen aus anderen Kulturkreisen, in denen die Tiere nicht als Haus-, sondern als Wachhunde gehalten werden, seien besonders ängstlich, da ihnen der Umgang mit Tieren nicht vertraut ist. In der Kita lernen sie in einem geschützten Rahmen und mit ausreichend Zeit, die Körpersprache des Tiers zu deuten und sich auch gegenüber Oskar durchzusetzen. Dadurch werden sie selbstsicher — nicht nur im Umgang mit dem Hund.

Aber auch sonst passt Oskar gut zum Konzept der Kindertagesstätte. "Uns ist es nämlich auch wichtig, dass Kinder die Natur, die reale Welt erleben. Bei Spaziergängen mit Oskar verlassen sie auch Wege, streunen selber durch Dickicht und springen nicht per Mausklick über eine Wurzel." Deshalb gibt es auch in der Einrichtung keine Computer für die kleinen Besucher, unternimmt man häufig Ausflüge in den Wald und hat sich schon in Projektarbeiten mit der Tierwelt beschäftigt. "Dass jetzt Oskar bei uns ist, finde ich richtig schön. Wir dürfen ihn streicheln und er hat ein tolles weiches Fell", sagt die fünfjährige Eva. Und Julius ergänzt. "Anfangs hatte ich noch ein bisschen Angst vor Oskar, aber jetzt nicht mehr. Und nun weiß ich viel mehr über Hunde."

(RP)
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