Mörsenbroich : Ein Spielplatz voller Abenteuer

Ein Lagerfeuer machen oder Bretterbuden bauen: Auf dem Abenteuerspielplatz in Mörsenbroich gibt es viel zu erleben.

Mitten in Düsseldorf türmen sich die meterhohen Wellen eines gefährlichen Meeres, das von mutigen Forschern bezwungen wird. Nicht weit davon entfernt herrscht ein reicher König auf einer mittelalterlichen Ritterburg, die von einem tiefen Wassergraben umgeben ist. Hört man den Jungen und Mädchen zu, die heute auf dem Abenteuerspielplatz in Mörsenbroich sind, lassen sich hier unvorstellbare Abenteuer erleben. In ihrer Fantasie verwandelt sich das Gelände an der Sankt-Franziskus-Straße in exotische Länder oder historische Schauplätze.

"Die Idee der Abenteuerspielplätze geht auf einen dänischen Architekten zurück. C. Th. Sorenson stellte fest, dass Kinder lieber frei spielen, als vorgefertigte Spielgeräte zu nutzen", erläutert der Sozialpädagoge und Leiter des Abenteuerspielplatzes Heinrich Belkner. "Auf dem Abenteuerspielplatz können die Kinder all das ausprobieren, was sie heute in der Stadt sonst nicht machen können", sagt er: "Feuer machen, Buden bauen, Fahrräder reparieren und im Garten helfen." Ein Teil der Anlage erinnere deshalb fast an eine Brachfläche und sei ständig in Veränderung begriffen.

Einige fest installierte Spielgeräte bietet das Grundstück allerdings auch. Die siebenjährige Hannah spielt mit ihren Freunden auf einer überdimensionalen Schaukel. Konzentriert klettert sie auf einen Erdwall, um von dort aus ins Tal zu schwingen. "Das fühlt sich wie Fliegen an. So schön luftig!", ruft sie. Bei der Sommerhitze tue die kühle Luft richtig gut. Die Grundschülerin kommt gerne auf den Spielplatz, weil der etwas besonderes sei: "Hier kann man bauen und ein Lagerfeuer machen - das gibt es nicht auf gewöhnlichen Spielplätzen."

Die sechs- bis 14-jährigen Besucher werden auf dem Gelände von Sozialpädagogen und Erziehern betreut. Auf den 7000 Quadratmetern ist eine Aufsicht durch die Eltern nicht erforderlich. "Die Kinder sollen hier alleine und frei spielen können", betont Belkner "Sie dürfen Grenzerfahrungen sammeln und selbstbestimmt spielen." Was traue ich mir zu, welche Situationen sind gefährlich - auf diese Fragen fänden die Kinder auf dem Abenteuerspielplatz Antworten.

Auf der Anlage befindet sich unter anderem ein Teich, auf dem die Kinder zum Beispiel selbst gebaute Flöße testen können. Auch ein Gehege für drei Kaninchen liegt auf dem Grundstück. "Die Kinder lernen auf diese Weise die Tiere kennen und sehen, was eine artgerechte Tierhaltung bedeutet", erklärt Belkner. Besonders gerne verwandeln sich die Kinder auf dem Spielplatz in kleine Handwerker. Auf einer Wiese stapeln sich alte Paletten und Holzplanken, die von den Kindern verbaut werden. Werkzeugkisten mit Hämmern und Stemmeisen können sie sich jederzeit ausleihen. "Viele Jungen und Mädchen besuchen uns regelmäßig", sagt Belkner. "Besonders diese Kinder lernen, mit Gefahren verantwortlich umzugehen. Ihre Sinne werden hier wieder geschärft."

Das Konzept sei heute noch genauso aktuell wie 1972, als die ersten Abenteuerspielplätze gebaut wurden, findet der Leiter des Spielplatzes. Die Besucherzahl liege seit Jahrzehnten konstant bei durchschnittlich 60 Kindern am Tag. Sie müssen sich nicht vorher anmelden, sondern können jederzeit während der Öffnungszeiten auf das Gelände kommen.

(RP)
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