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Mit einfachen Mitteln dem Kiebitz in Düsseldorf helfen

Naturschutz in Düsseldorf : Kiebitze müssen besser geschützt werden

In Düsseldorf finden sich die letzten Brutkolonien der Vögel in Kalkum, Hamm und Volmerswerth. Der Bestand ist stark zurückgegangen. Deshalb soll dem Kiebitz geholfen werden, seine Brut sicher großzuziehen.

Bei der Wahl zum „Vogel des Jahres“ hat sich der Düsseldorfer Ortsverband des Naturschutzbundes für den Kiebitz stark gemacht. Gewonnen hat aber das Rotkehlchen. Den Kiebitz wollen die Naturschützer aber dennoch besonders beschützen, denn sein Bestand ist sehr stark zurückgegangen, sodass der Kiebitz zu den 14 seltensten Vogelarten in NRW zählt. Ein Grund dafür ist, dass sein Lebensraum – er bevorzugt feuchte Wiesen, Weiden und Ackerbrachen – immer mehr verloren geht.

Die letzten beiden im Stadtgebiet von Düsseldorf verbliebenen Brutkolonien siedeln am Hochwasserrückhaltebecken Kalkum und am Flughafen sowie in den intensiv genutzten Gartenbauflächen in Hamm und Volmerswerth. Der Schutz dieser Standorte soll durch koordinierte Aktionen des Nabu Düsseldorf, der Biologischen Station Haus Bürgel und der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Düsseldorf in der kommenden Zeit verbessert werden. In Volmerswerth brüten die Kiebitze auf Gemüseäckern. Hier sollen die Bereiche geschützt werden, indem sie mit Stäben gekennzeichnet werden, sodass sie beim Bearbeiten der Fläche umfahren werden können. Nach dem Schlüpfen werden die Küken von ihren Eltern auf die benachbarten Gartenbauflächen geführt, wo sie zwischen den dicht gestellten Blumentöpfen Schutz und Nahrung finden. Eine Gefahr stellen jedoch die steilen Entwässerungsgräben dar, aus denen hineingefallene Kiebitzküken nicht aus eigener Kraft herauskommen können. Hühnerleitern sollen nun als Kletterhilfe dienen.

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Das Hochwasserrückhaltebecken in Kalkum mit seinen feuchten Wiesen ist ein geeignetes Brutgebiet für die Kiebitze. In trockenen Zeiten finden die Vögel dort aber kaum Nahrung. Die Kiebitzeltern versuchen dann, ihre Jungen auf die Rasenfläche des Flughafengeländes zu führen. Dabei müssen zwei Wege und ein Graben überquert werden. „Darüber hinaus stellen freilaufende Hunde, unachtsame Fußgänger und die steilen Grabenränder große Risiken dar. Rabenkrähen als natürliche Feinde der Kiebitze siedeln unmittelbar am Rand“, erläutert Nabu-Sprecherin Blondin Schiefner-Földessy.

Dort sollen künftig Spaziergänger durch Schilder informiert werden. Außerdem soll das Gebiet während der Brutzeit von ehrenamtlichen Nabu-Mitgliedern betreut werden. Ein kleiner, hoher Baum, der Rabenkrähen und anderen Greifvögeln als Ansitz dient, wird entfernt. In beiden Brutgebieten werden die Kiebitze genau beobachtet und die Daten zentral gesammelt. „Dabei kann jeder mithelfen. Jede Meldung über brütende Kiebitze oder beobachtete Küken trägt dazu bei, die Situation der Vögel besser zu erfassen“, sagt Schiefner-Földessy. Meldungen an: info@nabu-duesseldorf.de.