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Düsseldorf: Mietgärten statt Ziergärten am Rhein

Düsseldorf : Mietgärten statt Ziergärten am Rhein

Der Ärger über den Verlust der Bäume in nicht mehr genutzten Ziergärten zwischen Pappelwäldchen und Oberkasseler Brücke ist ungebrochen. Wegen des Verlustes von Nistplätzen wird ein Aussterben vieler Vogelarten befürchtet.

Spaziergänger und Anwohner kritisieren das Abholzen der Bäume in den alten stillgelegten Gärten am Rheinufer zwischen Pappelwäldchen und Oberkasseler Brücke. Und die Pächter, die dort noch einen sogenannten Ziergarten besitzen, sorgen sich um ihre Parzelle. Die Bürger beklagen den Verlust von Bäumen, egal welche Größe oder Art sie haben. Befürchtet wird ein Aussterben vieler Vogelarten, in dem man ihnen Nist- und Futterplätze nimmt.

"Es geht um den Erhalt der Vielfalt im Gebiet am Pappelwäldchen. Bevor gefällt wird, sollten wir uns alle bewusst sein, dass Bäume grundsätzlich Wertschätzung verdienen", teilt Birgid Maren Vogel mit. "Lernen wir doch von ihnen, wie man integriert, Natur und Mensch, Vögel und Bienen. Frei nach Meister Eckehardt: Immer ist der wichtigste Baum der, der dir gegenübersteht. Fällen wir sie nicht, warten wir doch ab, bis sie von selbst abgängig sind. Es würde uns allen in der Stadt gut tun."

Das Thema griffen die linksrheinischen Bezirksvertreter auf und wollten Auskunft von der Stadt über das, was dort geschieht und wie die Zukunft der Laubenkolonie gestaltet werden soll. Daraufhin teilte die Verwaltung mit, dass sie 40 Gartenpächter mit Altverträgen angeschrieben habe, um mit ihnen wegen des Hochwasserschutzes und der aktuellen gesetzlichen Auflagen im Deichvorland andere Vereinbarungen zu treffen. 33 von ihnen waren damit einverstanden, ihre Parzelle künftig landschaftstypisch zu bewirtschaften, sieben Gärten wurden stillgelegt. Amtsleiter Michael Zwirnmann: "Wir haben nur Gärten freigeräumt, die freiwillig aufgegeben, das heißt gekündigt worden sind." 120 Gärten seien noch im Besitz der Stadt, die restlichen Grundstücke gehörten Privatleuten. "Wir haben im Moment kein Interesse daran, private Gärten aufzukaufen", betont Zwirnmann.

Die Behörde verfolgt das Ziel, offene Grünlandflächen zu schaffen, um dem Rhein "unverbaute" Ausdehnungsmöglichkeiten zu bieten und die Gefahr durch schwimmende Lauben, Holz und Baumaterial bei Hochwasser zu minimieren. Deshalb haben die neuen Verträge den Passus, die Gärten nur unter Aspekten der saisonalen landwirtschaftlichen Nutzung zu betreiben. Ein Anspruch, der in den 1980er Jahren bereits viel Wirbel verursacht hatte. Damals sollte die gesamte Laubenkolonie zwischen den Brücken beseitigt werden, weil für dieses Gebiet "Grabeland" festgeschrieben ist. Ausnahme: die Minigolfanlage und der Oberkasseler Tennisclub (TC Grün-Weiß). Prompt folgte ein heftiger Protest der Laubenbesitzer, die vor Gericht zogen. Mit dem Ergebnis, dass die Gärten geduldet und aus dem Grünordnungsplan ausgeklammert wurden. Das Urteil des Gerichts: Gleiches Recht für alle. Entweder wird alles beseitigt oder es bleibt so wie es ist.

(RP)