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Wersten: Mergelgasse: drei Vorschläge

Wersten : Mergelgasse: drei Vorschläge

In der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung 9 kommende Woche Freitag ist auch das von den Anwohnern beklagte Problem der zu hohen Verkehrsbelastung sowie der Raserei ein Thema. Verkehrsamt nennt Alternativen.

Paul Dann und Helmut Hambach, beides Anwohner der Mergelgasse, rühren die Werbetrommel. Kommenden Freitag, 27. Januar,16 Uhr, kommt in der Sitzung der Bezirksvertretung (BV) 9 noch einmal das Thema "Mergelgasse" zur Sprache. Dann und Hambach hoffen, dass bei diesem vierten Tagesordnungspunkt so viele betroffene Anwohner wie möglich im Sitzungssaal des Benrather Rathauses erscheinen: "Wir wünschen uns eine große Präsenz, damit die Notwendigkeit einer Veränderung ersichtlich ist", schreiben Dann und Hambach in einem Brief an die "Bewohner der oberen und unteren Mergelgasse".

Sperrung für jeglichen Verkehr

Das Amt für Verkehrsmanagement präsentiert den Mitgliedern der BV drei Alternativen zur möglichen Entscheidung, um den nicht Anwohner relevanten Verkehr aus der kleinen Wohnstraße – vor allem aus Richtung Dechenweg – herauszuhalten:

1. Sperrung durch das Verkehrszeichen "Verbot für Fahrzeuge aller Art" (VZ 250 Straßenverkehrsordnung) mit dem Zusatz "Anlieger und Radfahrer frei analog zur Einmündung an der Kölner Landstraße. Das bedeutet, dass in die Mergelgasse auch vom Dechenweg her nur Anwohner, Anlieger und Anlieferer fahren dürfen.

2. Aufstellen des Verkehrszeichens "Verbot der Einfahrt" (VZ 267 StVO) mit Zusatz "Radfahrer frei" an der Einmündung Dechenweg. Dieses würde allerdings bedeuten, dass auch Anwohner und Anlieferer aus Richtung Süden über benachbarte Straßen in die Mergelgasse fahren müssten. Nach Angaben des Amtes für Verkehrsmanagement würde das eine "geringfügige Mehrbelastung des Robert-Mayer-Weges" nach sich ziehen. Innerhalb der Mergelgasse wäre der Verkehr aber in beide Richtungen möglich.

3. Sperrung der Mergelgasse zwischen Röntgenweg und Cronenberger Weg mittels Pfosten. Das würde mit sich bringen, dass eine Nord-Süd-Durchfahrt der Mergelgasse nicht mehr möglich ist. Aus Richtung Norden kann nur in Richtung Cronenberger Weg eingebogen werden, aus Richtung Süden nur in den Röntgenweg.

Die Verkehrsplaner weisen allerdings auch daraufhin, dass alle drei Alternativen eine Verlagerung des Durchgangsverkehrs auf die Ickeswarder Straße, den Guerickeweg und insbesondere den Straßenzug Auf'm Rott – Rheindorfer Weg mit sich bringen würden. "Der Knotenpunkt Rheindorfer Weg/Kölner Landstraße ist jedoch bereits heute an seiner Belastungsgrenze angelangt." Außerdem, so steht es in der Unterlage für die BV, sei dieser Straßenzug der Schulweg für Kinder aus dem Wohngebiet Otto-Hahn-Straße zur Schule Rheindorfer Weg.

Wenn sich die Stadtteilpolitiker kommenden Freitag – gegen die Bedenken der Verwaltung – zu einem Beschluss durchringen, wird dieser erst einmal versuchsweise für drei Monate umgesetzt.

Die Mergelgasse ist ausgewiesen als verkehrsberuhigter Bereich, damit verbunden dürfen Fahrzeuge nur in Schrittgeschwindigkeit passieren und nur in den – wenigen – dafür vorgesehenen Flächen geparkt werden. Paul Dann, der zwei Kinder hat, fürchtet um die Sicherheit seiner beiden Mädchen. Am vergangenen Mittwoch habe er in einer Stunde 76 Fahrzeuge gezählt, die teils mit erheblich erhöhter Geschwindigkeit durch die Mergelgasse gefahren seien, schrieb er gestern der RP. Die Stadt geht nach einer verdeckten Zählung, die zwischen dem 28. Oktober und dem 15. November erfolgte, von anderen Zahlen aus: Im Durchschnitt sei eine Fahrzeugbelastung von 15 Fahrzeugen in der Stunde gemessen worden. Selbst bei 60 pro Stunde handele es sich "kaum um Durchgangsverkehr, sondern um im Wohngebiet erzeugten Quellverkehr."

(RP)