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Benrath: Melies-Stein wird Freitag enthüllt

Benrath : Melies-Stein wird Freitag enthüllt

Bei einem Festakt soll am Freitag an den Bewahrer von Schloss Benrath erinnert werden. Für die musikalische Untermalung sorgen der Cantabile-Chor des Annette-Gymnasiums und die Jagdhörner des Hegerings Monheim.

Wenn Freitagvormittag um 11 Uhr am Ulmenkopf — am Ende des Schlossparks — bei einer feierlichen Veranstaltung der Melies-Stein enthüllt wird, dann haben zum Gelingen zahlreiche Benrather und Urdenbacher, überhaupt Bürger aus dem Düsseldorfer Süden, dazu beigetragen.

Wolfgang D. Sauer, Leiter des Benrather Heimatarchivs und einer der Initiatoren für den Stein, kann es immer noch nicht fassen: "Die Spendenbereitschaft lief zunächst schleppend an, war dann aber überwältigend und dauert immer noch an", sagt er.

Sauer war es, der in der Rheinischen Post einen Artikel über Melies geschrieben hatte anlässlich des Kaufs von Schloss Benrath vor 100 Jahren. 1911 kaufte der damalige Benrather Bürgermeister der Preußischen Krone das Schloss ab. Und so konnte es erhalten bleiben und musste nicht einer geplanten Wohnsiedlung weichen.

Die Idee, an den ehemaligen Bürgermeister Julius Melies zu erinnern, stammt von den beiden emeritierten Professoren Christian von Ferber und Gert König. Beide Wissenschaftler wohnen in Urdenbach. Sie hatten Sauers Artikel gelesen und mit seiner Unterstützung wurde die Aktion "Melies-Stein" immer konkreter.

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Am Freitag kommt der Findling, den das Trio schon vor mehr als einem Jahr ausgesucht hat, endlich zur Geltung. Und es soll ein feierlicher Akt werden, bei dem auch Bezirksvorsteher Heinz-Leo Schuth reden wird. Er war maßgeblich an der Realisierung des Gedenksteins beteiligt. Er stand dem Trio beratend zur Seite und öffnete ihnen die Türen zur Politik. Denn keiner kann einfach so einen Stein aufstellen. Dazu bedurfte es nicht nur der Genehmigung der Bezirksvertretung, sondern auch der Ratsgremien. Der vorletzte Bürgermeister von Groß-Benrath spielt eine wichtige Rolle in der Stadtgeschichte. Auch für Oberbürgermeister Dirk Elbers. Er kommt dafür am Freitag nach Benrath und wird unter anderen die Grußworte sprechen.

Gestern war der 1,3 Tonnen schwere Findling noch verhüllt, stand aber schon an der ihm bestimmten Stelle. Beim Hasselser Steinmetz Hermann-Josef Weuthen haben die Initiatoren den Stein gesehen und ihn sich reservieren lassen. Schon damals stand fest: Auf der Vorderseite sollen die Namen derer stehen, die für den Erwerb von Schloss Benrath wichtig waren. Das waren neben Melies, dessen Name auf dem Stein in großen Lettern zu lesen ist, der Industrielle Fritz Henkel sowie Otto Briede und Carl Dreckmann (in kleinerer Schrift). Dreckmann war Melies' Erster Beigeordneter und entscheidend an den Kaufverhandlungen in Berlin beteiligt. Fabrikant Briede war Mitglied des Gemeinderats und ebenfalls bei den Verhandlungen dabei. Fritz Henkel übernahm für fünf Jahre die Zinszahlungen zu je 15 000 Goldmark (die Stadt Düsseldorf zahlte nur 10 000 Goldmark pro Jahr). Die Rückseite des Steins hat einen Hinweis auf die beiden Heimatverbände, "ohne die der Stein nicht hätte aufgestellt werden können und ohne die eine Realisierung nicht möglich gewesen wäre", sagt Sauer. Immer wieder haben sich die Heimatgemeinschaft Groß Benrath und der Allgemeine Bürgerverein Urdenbach (ABVU) zusammengesetzt. Ihre Vertreter haben das heutige Programm erarbeitet und um Spenden gebeten. Rund 7500 Euro hat der Gedenkstein gekostet. Aus dem Überschuss der Spendengelder soll die Pflege des Steins finanziert werden. "Vielleicht ist auch die Veröffentlichung einer Melies-Biografie möglich", sagt Heimatarchiv-Leiter Wolfgang D. Sauer.

(RP)