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Oberbilk: Mehr Kunden als die Luegallee

Oberbilk : Mehr Kunden als die Luegallee

Heinrich Traupe von der Werbegemeinschaft "Erlebniseinkauf Oberbilk" referierte über die aktuelle Lage der Kölner Straße. Sein Fazit: Kundenfrequenz, Kaufkraft und Image der Einkaufsmeile haben sich verbessert.

Der eigentlich für diesen Sommer geplante Umbau des Oberbilker Marktes verzögert sich weiter — zumindest so lange, bis in Nordrhein-Westfalen gewählt ist und eine neue Landesregierung den Haushalt für das laufende Jahr verabschiedet. Denn nur daran, an den fehlenden Landeszuschüssen, hapert es noch. Das war aber auch die einzige Negativbotschaft, die Heinrich Traupe jetzt im Pfarrsaal von St. Josef verkündete. Traupe, Mitglied der Werbegemeinschaft "Erlebniseinkauf Oberbilk" sprach auf Einladung des Oberbilker Bürgervereins zum Thema "Die Kölner Straße — eine Marke im Wandel?".

Und die Bilanz fiel positiv aus — vielleicht sogar besser als die meisten der Zuhörer gedacht hätten. Als Grundlage diente Traupe eine IHK-Analyse der Situation auf der Einkaufsmeile vom Ende vergangenen Jahres. Demnach wurden an einem "normalen" Samstag im Schnitt 1000 Passanten auf der Kölner Straße gezählt, und das sei ungewöhnlich für eine Straße des Zuschnittes "C-Zentrum", also citynah. Zum Vergleich: Auf der Birkenstraße (Flingern) wurden im selben Zeitraum ein Drittel weniger an Passanten gezählt und auf der Luegallee (Oberkassel) waren es sogar zwei Drittel weniger. Einzig die Westfalenstraße (Rath) liege knapp über der Frequenz der Kölner Straße.

Das, so Traupe, liege nicht zuletzt an der guten Aufenthaltsqualtität der Einkaufsmeile seit dem Umbau 2004. Die 2002 eröffnete U-Bahn habe die Akzeptanz der Einkaufsstraße nicht wesentlich schmälern können, antwortete Traupe auf eine Publikumsfrage. "Allenfalls die Werstener fahren jetzt vielleicht vermehrt direkt in die City." Seit dem Umbau sei es allgemein mit dem Viertel rund um die Kölner Straße wieder aufwärts gegangen, die Hausbesitzer hätten wieder stärker in ihre Immobilien investiert, beispielsweise seien etliche Fassaden anschließend renoviert worden.

Ein weiterer Meilenstein sei die Eröffnung des Supermarktes "Edeka" und damit einhergehend die Bereitstellung von 80 neuen Parkplätzen an der Kölner Straße gewesen. Die Eröffnung des Sonnenparks samt Wohnbebauung habe die Kaufkraft des Viertels weiter gestärkt. Ob die Eröffnung von Amts- und Landgericht im Jahr 2009 dem Viertel ebenfalls eine neue Klientel beschert habe, ist laut Taupe noch nicht ausgemacht: "Hier sind mittags inzwischen viele Anzugträger unterwegs, aber bislang auch nur mittags."

Nicht zuletzt die optimale Verkehrsanbindung sei dafür verantwortlich, dass die Kaufkraft auf der Straße seit 2008, dem Datum des vorherigen IHK-Standortsexposés, zugenommen habe. Und zwar vor allem in den Bereichen Elektrotechnik, Informationstechnologie, Nahrungs- und Genussmittel, Spielwaren sowie Uhren und Schmuck. Nicht zuletzt in Hinblick auf das multikulturelle Angebot lautete Traupes Resümee über die einst als "Arbeiter-Kö" bezeichnete Kölner Straße: "Kunterbunt ist Trumpf".

(RP/anch)