Mehr als 3000 Umzugskartons für Albrecht-Dürer-Kolleg

Albrecht-Dürer-Berufskolleg: Eine Schule zieht um

Das Lehrer-Kollegium des Dürer-Kollegs packt diese Woche hunderte Kisten für den Umzug vom jetzigen Standort Fürstenwall in Unterbilk in den Neubau an der Paulsmühlenstraße. Am 15. September gibt es einen Tag der offenen Tür.

1500 Umzugskartons hat Jochen Schriever bestellt. Doch die werden hinten und vorne nicht für den Umzug des Albrecht-Dürer-Berufskollegs vom Fürstenwall in die Benrather Paulsmühle reichen Inzwischen geht der Schulleiter von über 3000 Kartons aus. „Wissen Sie, Lehrer sind Jäger und Sammler“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Der Beweis dieser Behauptung lässt sich in jedem Raum, in jedem Flur erkennen. Alleine die Kolleg-Außenstelle in Heerdt hat schon 1000 Kartons befüllt. Weitere 300 sollen dort noch angeliefert werden.

Schüler sind im Berufskolleg nicht mehr zu sehen. Die hatten wegen der Umzugsvorbereitungen bereits am Freitag ihren letzten Schultag. Doch trotzdem herrscht in der Schule, dessen Hauptbau aus dem Ende des 19. Jahrhunderts stammt, Betriebsamkeit. Von den Lehrern wird nun alles das, was mit nach Benrath in den Neubau soll, verpackt. Alles andere wandert in den Container.

Auf dem Hof steht ein lächerlich kleines Exemplar. Der soll reichen? Schriever lacht. „Wir sollten heute einen mit 35 und nicht mit 3,5 Kubikmetern Füllraum angeliefert bekommen.“ Eigentlich sollte der kleine Container schnell und ungefüllt wieder abgeholt werden. Doch Platz ist Platz und wird knallhart genutzt.

Um die vielen Maschinen, mit denen in den unterschiedlichen Berufszweigen der Schule gearbeitet werden, von Unterbilk nach Benrath zu schaffen, gibt es Spezialtransporte. Doch nicht alle Maschinen werden dort eine neue Heimat finden. Eine alte Druckerpresse, die zu Dekorationszwecken im Flur steht, hat einen neuen Eigentümer gefunden. Eine nicht ganz so alte Vervielfältigungsmaschine wird wohl verschrottet. Und so heißt es nun bei jedem Teil, das einer aus dem Kollegium in den kommenden Tagen in der Hand hält: Hot oder Schrott?

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Und obwohl der Umzug in den Neubau an der Paulsmühlenstraße für alle sehr viel Arbeit bedeutet, ist die Freude groß. „Wir bekommen eine tolle, moderne und bestens eingerichtete neue Schule“, lobt Schriever die Stadt in den höchsten Tönen: „Wir wurden in die Planungen eng einbezogen und nach unseren Wünschen befragt“, sagt Schriever und fragt die Besucher, ob sie nicht auch den Schimmel röchen? Der hat sich in dem alten Gemäuer aus dem Keller, der wegen Feuchteschäden schon seit längerem gesperrt ist, an einigen Ecken langsam hochgearbeitet.

Trotzdem geht Schriever, dessen Arbeitsplatz seit 20 Jahren im Albrecht-Dürer-Berufskolleg ist, auch mit einem weinenden Auge. Steckt in dem Bau doch auch Schulgeschichte. Aber trotzdem überwiegt die Freude auf den Neuanfang in Benrath. Dort werden nämlich erstmals alle Schulbereiche unter einem Dach sein. Derzeit gibt es mit Heerdt und der Konkordiastraße noch zwei Dependancen. „Das wird spannend“, sagt Schrievers’ Stellvertreterin Ellen Ahn. Auch sie freut sich schon auf die neue berufliche Heimat. Anders als Schriever, der von Essen aus nun bequem mit der S6 an seine neue Arbeitsstätte kommt, wird die Anfahrt für die Korschenbroicherin länger. Sie wird eine von denen sein, die mit dem Pkw kommen werden.

Extra für die Auto-Pendler hat die Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz ein Parkhaus mit 250 Stellplätzen gebaut. Täglich werden rund 800 Schüler und 80 Lehrkräfte das Kolleg besuchen. Wie viele mit Bus und Bahn oder dem Auto anreisen werden, wird sich nach den Sommerferien zeigen, wenn der Betrieb los geht. Am 20. August endet für die Kolleg-Lehrer die Sommerferien. Dann wird in Benrath eingeräumt, damit zum ersten Schultag am 29. August alles für den Unterrichtstart bereit ist.

Am Samstag, 15. September, wird Eröffnung gefeiert. Nach dem offiziellen Teil schließt sich ab 15 Uhr ein Tag der offenen Tür an. „Für die Familien der Schüler, die Partnerbetriebe und natürlich auch für die Benrather, die bestimmt auf die Schule neugierig sind“, sagt Jochen Schriever.

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