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Mörsenbroich: Manege frei für Grundschüler

Mörsenbroich : Manege frei für Grundschüler

Eine Woche lang haben die 130 Mädchen und Jungen der Grundschule Max-Halbe-Straße im Mit-mach-Zirkus Casselly geprobt, um ihre Künste heute in einer öffentlichen Vorstellung zu zeigen.

Die siebenjährige Emel ist sehr aufgeregt. Heute soll sie zum ersten Mal in ihrem Leben vor Publikum auftreten. Als Indianerin verkleidet wird sie auf dem Kaltblut Willy knien und einige Runden durch die Manege drehen. Und das, obwohl sie vorher noch nie Reitunterricht genossen hat.

Eine Woche lang hat Emel zusammen mit den anderen 130 Schülern der Grundschule Max-Halbe-Straße an einem Zirkusprojekt teilgenommen. Trainiert wurden sie dabei von vier Mitgliedern der Familie Kaselowsky, die seit elf Jahren den Mit-mach-Zirkus Casselly betreibt und sich auf Projektarbeit mit Kindern spezialisiert hat.

Die Familie hat dafür ihr Zirkuszelt mit 500 Sitzplätzen, vielen Wohnwagen und Tierställen auf dem Schulhof aufgeschlagen, so dass dort Zirkusatmosphäre herrscht. Dass eine Aufführung nur funktionieren kann, wenn alle an einem Strang ziehen und Disziplin beweisen, haben die Grundschüler schnell gemerkt.

"Obwohl die Erstklässler ja erst seit zwei Wochen die Schule besuchen, stellen sie sich sehr gut an und sind sehr lernfähig", lobt Jessica Kaselowsky die jungen Künstler. Diese wurden in zehn verschiedenen Gruppen eingeteilt, um ein vollständiges Programm mit Clownsnummern, Jonglage, Akrobatik, Zauberei und Tierdressuren auf die Beine zu stellen.

"Die Nummer mit den Tauben finde ich sehr interessant. Die Vögel sehen so schön aus, und es ist erstaunlich, dass sie keine Angst vor den Kindern haben und die Kinder keine Angst vor den Tauben", sagt die neunjährige Lea. Ihre eigene Nummer, eine Hundedressur, bei der Hund Lucky unermüdlich durch Ringe und über hockende Kinder springt, findet Lea allerdings am besten. Alle vier Jahre führt die Schule das Zirkusprojekt durch, damit jeder Schüler während seiner Grundschulzeit daran teilnehmen kann.

"Die Kinder zeigen hier Mut und Selbstvertrauen auf eine andere Art, als es am Schulvormittag möglich ist. Die soziale Kompetenz wird gestärkt, denn die Kinder sind hier aufeinander angewiesen, müssen Rücksicht nehmen und warten, bis sie an der Reihe sind", sagt Schulleiterin Ina Vetten. Gleichzeitig lernen die Kinder Schüler aus anderen Klassen besser kennen und müssen diesen vertrauen. "Ich stehe auf dem Pferd und halte mich dabei an einem anderen Mädchen fest. Erst hatte ich Angst, aber jetzt weiß ich, dass nichts passieren kann, wenn alle gut aufpassen", sagt Celina. Was die Jungen und Mädchen gelernt haben, können sie heute Abend bei einer Vorführung zeigen. Dann dürfen sie auch die bunt schillernden Kostüme, die der Zirkus mitgebracht hat, tragen. "Darauf freue ich mich schon sehr, denn dann werden auch meine Eltern unter den Zuschauern sein", sagt die siebenjährige Sarah.

(RP)