Ludenberg : Wohnen in der alten Löwenburg

Gastronomie und Tanzsaal werden zu Wohnungen umgebaut, zusätzlich entsteht ein Neubau.

Es war die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Ludenberger Straße mit ihren vielen Kneipen und Geschäften zunehmend zu einer Amüsiermeile und die 1896 errichtete Löwenburg mit Tanzsaal und Gaststätte zum Mittelpunkt wurde. Günter Grass tanzte hier in seiner Düsseldorfer Zeit ab Mitte der 50er Jahre und sammelte Stoff für die Blechtrommel - um nur eine der vielen Geschichten zu streifen, die sich im damaligen Wedig - benannt nach Wirt Georg Wedig - abspielten.

Lange ist's her, längst hat die Ludenberger Straße an Charme eingebüßt, auch die Löwenburg, seit mehr als 50 Jahren im Besitz der Familie Schlebusch, hat in den vergangenen Jahren nachgelassen. Ein Neuanfang vor zwei Jahren führte offenbar nicht zum Erfolg. Denn jetzt wird alles anders: Die Gastronomie mit 70 Plätzen wird auf Bistro-Niveau zusammengestutzt, ansonsten sollen im kompletten Gebäudekomplex (inklusive Tanzsaal) auf dem 1000 Quadratmeter großen Grundstück Wohnungen entstehen. Wo heute noch die Terrasse zum Bier in der Sonne einlädt, wird ein neues Wohnhaus gebaut. Die Löwenburg-Fassade - von der Stadt Anfang des Jahres noch schnell unter Denkmalschutz gestellt, nachdem im Juni 2016 die Anfrage kam - bleibt erhalten. Insgesamt sollen bis zu 20 Wohnungen entstehen. Anbauten werden zum Teil abgerissen, andere "baulich aufgerüstet", in einer Tiefgarage wird es 26 Stellplätze geben. Zwei Rosskastanien müssen für das Bauvorhaben weichen, die sizilianische Kastanie im vorderen Bereich des Grundstücks kann stehenbleiben.

"Die Gastronomie hatte in dieser Größenordnung und an diesem Standort keine Basis mehr", erklärte Architekt Bernhard von Kries in der Bezirksvertretung 7, warum er vom Eigentümer damit beauftragt wurde, die Neuplanung in die Hand zu nehmen.

Der Neubau, in dem sechs Wohnungen vorgesehen seien, werde um rund acht Meter von der Straßenrandbebauung zurückversetzt und durch eine Glasfuge mit dem Altbau verbunden. Im Inneren von Gaststätte und Tanzsaal werde außer der Dachkonstruktion alles neu gemacht, stellte von Kries klar, auch der Holzboden sei nicht schützenswert. "Wir haben uns sehr früh mit dem Denkmalschutz abgestimmt", betonte der Architekt. Und: Zusammen mit dem Gartenamt werde ein separater Begrünungsplan des Geländes erstellt.

Iris Bode von der Bauaufsicht stimmte all dem zu, allerdings müsse der Bauherr gewisse Bedingungen erfüllen. Die beschriebene Glasfuge müsse auf jeden Fall größer ausfallen. Über Rettungswege, mögliche Aufenthaltsräume, eventuelle Änderungen bei der Fassadengestaltung oder die Grundrisskonzeption im Allgemeinen müsse man zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal reden. "Wir befinden uns ja gerade einmal im Stadium der Bauvoranfrage." Dass der Architekt jedoch bereits jetzt bereit gewesen sei, seine Planungen mehrfach zu überarbeiten, zeichne ihn aus. Bei einer Enthaltung wurde die Bauvoranfrage schließlich positiv beschieden.

(RP)