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Ludenberg: Streit um neue Wohnungen in Ludenberg

Ludenberg : Streit um neue Wohnungen in Ludenberg

Pläne für 80 Wohneinheiten an der Ernst-Poensgen-Allee führten bei einer Versammlung in der Seniorenresidenz "Grafenberger Wald" zu einer heftigen Diskussion. Bisherige Bewohner des Geländes fühlen sich im Stich gelassen.

Wohnraum wird überall in der Stadt dringend benötigt. Doch die 80 neuen Wohneinheiten, die demnächst an der Ernst-Poensgen-Allee - direkt angrenzend an den Grafenberger Wald - entstehen sollen, sorgen für Aufregung. Viele Punkte ärgern Anwohner und Umweltschützer. "Ohne eine massive Fällung von Bäumen ist beispielsweise der Bau einer Tiefgarage gar nicht möglich", sagt Andrea Vogelgesang, Vorsitzende der Baumschutzgruppe Düsseldorf, bei einer Bürgerversammlung zu dem Thema in Grafenberg. "Und das ist ja genau das, was wir gerne vermeiden würden", sagt sie.

Das Baugebiet in Ludenberg, das früher der Landesversicherungsanstalt (LVA)-Rentenversicherung gehörte, grenzt östlich und südlich an den Grafenberger Wald und ist mit teils leerstehenden Mehrfamilienhäusern bebaut. Die neuen Wohnhäuser sollen auf der gleichen Fläche entstehen, die bisherigen Gebäude dafür abgerissen werden. Insgesamt planen die Stadt, der Investor und der Architekt 80 große Wohneinheiten in bis zu sechsgeschossigen Häusern. Die Forstbehörde und das Gartenamt sagen, sie wollten das Grün auf dem Grundstück so weit wie möglich erhalten. Trotzdem zeichnet sich ab, dass nicht alle Bäume stehen bleiben können. Erstens, weil zu wenig Platz ist, zweitens sind einige der Bäume nicht gesund und müssen laut Gartenamt daher ohnehin gefällt werden. Dafür sollen aber neue Bäume gepflanzt werden.

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Laut dem neuen Handlungskonzept Wohnen, das die Stadt berücksichtigen muss, müssen eigentlich 40 Prozent der Wohnungen öffentlich gefördert oder preisgedämpft sein. Bei diesem Projekt könnte aber von einer Ausnahmeregelung Gebrauch gemacht werden, nach der man vor Ort nur regulär finanzierte Wohnungen baut und dafür bei einem anderen Projekt die geförderten Wohnungen errichtet.

Einige Anwesende äußerten Zweifel an den Plänen. Drei Anwohner der momentanen Bebauung an der Ernst-Poensgen-Allee 3, die ihre Namen nicht nennen wollen, fühlen sich im Stich gelassen. Sie müssen im Laufe des Jahres ausziehen: "Uns wurde angeboten, in günstige Mietwohnungen nach Grafental zu ziehen. Da gibt es aber eine Einkommensgrenze. Jedes normalverdienende Ehepaar mit zwei Einkommen liegt darüber." Daher müssten sie sich letztlich nun selbst eine neue Wohnung suchen. Auch sonst ärgern sie sich über die Planungen für die Neubauten: " Wir verstehen nicht, warum jetzt auf einmal eine Ausnehmeregelung gilt. Alles, was sonst so wichtig war, wird für dieses Projekt gelockert. Wenn hier nur Besserverdienende wohnen sollen, soll man das wenigstens klar sagen."

Reinhard Naujoks, Vorsitzender des Grafenberger Bürgervereins, freut sich dagegen über das neue Projekt. Ein zusätzlicher Gewinn könnte sein: Der Investor habe versprochen, den Jan-Wellem-Brunnen im nahen Wald zu sanieren.

Die Bürger sollen in zwei unterschiedlichen Stadien in die Planung eingebunden werden. Erst mit der Veröffentlichung im Amtsblatt wird der Bauplan dann verbindlich.

(RP)