Ludenberg : Erinnerung an britische Soldaten

Gedenktafel am Wildpark thematisiert Flugzeugabsturz am 12. Dezember 1944.

Es hat lange gedauert, bis eine Gedenktafel an den Absturz eines britischen Lancaster-Bombers am 12. Dezember 1944 über dem Wildpark erinnert. Doch Initiator Thomas Boller hat ab 2010 einen langen Atem bewiesen. Er hat die Nachfahren der vier ums Leben gekommenen Besatzungsmitglieder - sieben waren insgesamt an Bord - zum Teil in Kanada oder Neuseeland aufgespürt. Er hat mit Grabungen gewartet, um das Rotwild im Wildpark nicht zu stören. Er hat sich von Briten nach langen Recherchen Original-Dokumente besorgt. Und er hat nicht zuletzt kompetente Unterstützung erfahren, so dass am Ende alles hieb- und stichfest war.

Unmittelbar nach dem Angriff auf die Essener Kruppwerke war das Flugzeug 1944 von einem deutschen Nachtjäger vom Himmel geholt. Die Tafel an einer Holzstele in unmittelbarer Nähe des Wildpark-Parkplatzes solle auch an die Opfer dieses Bombenangriffs erinnern, letztlich an alle Menschen, die im Zweiten Weltkrieg ihr Leben ließen, betont Boller. Zum 70. Jahrestag des Absturzes konnte er 2014 noch einige Angehörige der getöteten Besatzungsmitglieder in Düsseldorf begrüßen, die Gedenktafel war damals noch nicht fertig. Viel wichtiger sei jedoch gewesen, dass man sich inzwischen als Freunde begegnete, sagt Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke, die schon bei dem Treffen vor drei Jahren ebenso wie bei der Enthüllung der Stele dabei war.

Peter Henkel von der Mahn- und Gedenkstätte hat den Text auf der Gedenktafel verifiziert. Er erinnerte an den ersten Luftangriff auf Düsseldorf am 7. Dezember 1940, kurz nachdem das NS-Regime vollmundig seine Überlegenheit über die britische Luftwaffe verkündet hatte. Das Gegenteil war der Fall, und auch Düsseldorf, "der Schreibtisch des Ruhrgebiets", hatte fortan massiv unter Bombenangriffen zu leiden.

Am Tag der Einweihung der Gedenktafel testete die Stadt die Sirenen. "Dass wir heute bei so etwas nicht mehr in Panik verfallen und Schutz suchen müssen, dieses Glück können wir gar nicht hoch genug bewerten", sagt Boller.

(RP)