Düsseldorfer Rennbahn: Ritterfest und Mittelaltermarkt in Ludenberg

Mittelaltermarkt : Ritter und Gaukler auf der Rennbahn

Beim siebten Ritterfest in Ludenberg gab es Mittelalter zum Anfassen für Kinder und Erwachsene.

Wir schreiben das Jahr 1280. Der Erzbischof zu Köln hat beschlossen, dass von nun an im gesamten Rheinland nur noch Kölsch getrunken werden darf. Seine Schreckensherrschaft breitet sich immer weiter aus. Einzig Düsseldorf verweigert sich. Der Graf von Berg hat seine besten Ritter geschickt, um die Düsseldorfer zu unterstützen, denn auch die Schergen des Erzbischofs sind bereits unterwegs. Die Zukunft der rheinischen Bierkultur soll nun durch ein Ritterturnier entschieden werden. Sobald sich die Ritter auf dem Turnierplatz präsentieren, wird dem Publikum schnell klar: Die Kölner haben nicht vor, fair zu spielen. Betreten sie doch bereits mit Kölschdosen den Platz und strecken dem Publikum dann sogar den (Pferde-)Hintern entgegen. Die Ritter des Grafen von Berg hingegen präsentieren sich stattlich und würdevoll. „Den Damen ist es untersagt, ihre Leibwäsche auf den Turnierplatz zu werfen. Es sind Kinder anwesend. Und es ist Sonntag“, verkündet der Herold noch, bevor sich die Ritter zum Kampf aufstellen. Kohlköpfe und Äpfel werden gespalten, Ringe werden mit der Lanze aufgespießt und schließlich bekämpfen sich die Ritter mit Sandsäcken. Natürlich zu Pferd. Beim Lanzenstechen kann man schließlich beobachten, wie die Kölner Ritter, sich gerade noch im Sattel haltend, vom Platz zurückziehen.

Die eigens für die Düsseldorfer Ritterfestspiele gestaltete Show wurde noch am Freitagabend fertiggestellt. André Ruck übernimmt seit 15 Jahren die Rolle des Herolds und ist so richtig in die Rolle reingewachsen. Im „normalen“ Leben ist er Unternehmensberater und versucht mit dem gleichen Enthusiasmus Workshops und Coachings durchzuführen. Bei den Ritterfestspielen motivierte er das Publikum zum Mitfiebern. Zum Jubeln, aber auch zu einem schön koordinierten „Schande!“-Ruf, wenn die Kölner Ritter wieder einmal nicht fair spielten. Umso witziger ist die Tatsache, dass er selbst Kölner ist. Aber in diesem Rahmen gönnen er und Ritter Hermann Klinkhammer den Düsseldorfern gerne mal den Sieg.

Auch in diesem Jahr war das Ritterfest auf der Düsseldorfer Rennbahn wieder ein voller Erfolg. Neben verschiedensten Gastronomieangeboten gab es eine Vielzahl von Ständen, an denen man Schmuck, Kleidung, Stoffe oder etwa handgemachte Seifen und Senf erwerben konnte. Im Fokus standen aber auch ganz besonders die kleinen Gäste. Bei den Kinderturnieren bewiesen sich die Kleinsten beim Bogenschießen, Ringstechen oder auch mit der Lanze zu Pferd. Zum Schluss erhielten sie dann eine Ritterurkunde und ein eigenes Schwert. Aber auch die großen Gäste konnten sich beim Bogenschießen oder Axtwerfen beweisen. Großer Beliebtheit erfreute sich die Kinderschmiede. Dort durften die jungen Ritter im Wechsel mit dem „großen“ Schmied auf das heiße Eisen schlagen und am Ende ein kleines Hufeisen mit nach Hause nehmen.

Eingerahmt wurde der gesamte Markt von diesjährigem Heerlager. Hier stellten Mittelalter-Fans ihre eigenen Zelte auf und durchlebten das Wochenende ganz in diesem Stil. So zum Beispiel Claudia Eilermann, die im Lager der Freyen Raben vom Rheyn mit ihrer irischen Harfe anzutreffen war. Mit den sanften Harfenklängen begeisterte sie die Marktgäste, welche ansonsten an der Lagerbegrenzung vorbeigegangen wären. Neben ihr trugen die Lagernden dazu bei, dass dem Markt ein schönes Gesamtbild verliehen wurde und sich die Gäste regelrecht in eine andere Zeit zurückversetzt fühlten.

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