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Die Geschichte des einzigen Kinos in Düsseldorf Lohausen.

Serie Düsseldorfer Stadtteilkinos : Die kurze Geschichte der Lohauser Lichtspiele

Die abgelegene Lage und die Konkurrenz durch das Fernsehen ließen das Kino an der Niederrheinstraße nie einen Erfolg werden.

Willy Wöbel betrieb in den 1950er Jahren erfolgreich die Pfalzlichtspiele, wie das Kino am Kaiserswerther Markt genannt wurde. Deshalb kam der Lohauser auch auf die Idee, zusammen mit Clemens Buse ein Wohnhaus mit integriertem Kino mit 400 Plätzen an der Niederrheinstraße 59 in Lohausen bauen zu lassen. Die Flughafen-Lichtspiele wurden 1956 eröffnet und die Betreiber hatten zunächst große Pläne. So sollte dort in jeder Woche ein Tag dem künstlerisch wertvollen Film vorbehalten sein und sonntags waren dort Matineen geplant.

Doch so richtig angenommen und erfolgreich wurde das Kino nie. Viele Jugendliche blieben dem Kaiserswerther Kino treu, gingen lieber dort einen Film schauen. „Das war ein beliebter Treffpunkt. Deshalb sind wir häufig ins Kino gegangen. Da war es fast egal, was gegeben wurde“, erinnert sich Richard Werthmann. Siegfried Küsel mochte am Lohauser Kino allerdings die schönen Sessel in den letzten Reihen. „Dort konnte man die ersten Annäherungsversuche bei den Mädchen machen. Ich glaube, die fanden das auch sehr spannend.“ Irmgard Werthmann hat allerdings den einzigen Film, den sie in Lohausen geschaut hat, von der ersten Reihe aus gesehen. Der Platz kostete damals 90 Pfennig. „Wir waren daheim viele Kinder und hatten wenig Geld. Aber einmal habe ich mit meiner Mutter und meiner Schwester dort Sissi mit Romy Schneider gesehen. Was haben wir geweint, weil das so schön war.“

Bereits zwei Jahre nach Kinoeröffnung zeichneten sich erste finanzielle Schwierigkeiten beim Grundstückseigentümer Willy Wöbel ab. Die Konkurrenz durch das Fernsehen und die abgelegene Lage des Kinos, dass deshalb keine Besucher aus anderen Stadtteilen anlockte, führten 1960 zum Konkurs. Das Lichtspielhaus wird zwangsversteigert. „Danach hat das Musikkorps der Bundeswehr dort im Filmsaal geprobt“, weiß noch der Lohauser Dieter Grobe zu berichten. Später wird das gesamte Gebäude abgerissen und zwischen 1970 und 1972 an seiner Stelle ein Apartmenthaus und ein Hotel gebaut.