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Düsseldorf: Ärger um Mieterhöhungen in Lohausen

Düsseldorf : Ärger um Mieterhöhungen in Lohausen

Die Städtische Wohnungsgesellschaft Düsseldorf will die Mieten um 15 Prozent erhöhen, die Mieter wehren sich dagegen.

Eine geplante Mieterhöhung für Häuser in Lohausen sorgt für Unmut bei den Bewohnern. Die Städtische Wohnungsgesellschaft Düsseldorf (SWD) möchte dort bei über 50 Häusern ab Februar die Miete um 15 Prozent anheben, was in etwa einem Euro pro Quadratmeter entspricht. Für die Mieter, die zumeist in Doppelhaushälften wohnen, bedeutet das in der Regel eine Mehrbelastung von 100 bis 150 Euro im Monat. "Wir haben seit 2006 keine Mieterhöhung durchgeführt und passen jetzt die Mieten an das allgemeine Mietniveau an", sagt SWD-Vorstand Jürgen Heddergott. Dabei würde man aber einen Abschlag für die starke Belästigung durch den Fluglärm berücksichtigen.

Die Mieter der so genannten Engländersiedlung rund um die Anna-von-Krane-Straße und der Lohauser Dorfstraße wollen die Erhöhung aber nicht einfach hinnehmen. Schließlich sei seit Jahren dort nichts an den Häusern getan worden. Dieses Argument will Heddergott aber nicht stehen lassen. "Wenn es Mängel gibt und diese nicht beseitigt werden, kann man so etwas über eine Mietminderung regeln. Mängel sollten aber nicht in die Miete an sich eingreifen." Heddergott kündigt zudem an, dass auch weitere Wohnungen der SWD in Lohausen außerhalb der Engländersiedlung auf eine Mietanpassung hin überprüft werden sollen.

Da viele der betroffenen Bürger Mitglieder im Heimat- und Bürgerverein Lohausen-Stockum (HBV) sind, hat sich dieser nun in die Diskussion eingemischt. "Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie der Aufsichtsrat der SWD, der hauptsächlich mit Ratsmitgliedern der Ampelkoalition besetzt ist, diese Mieterhöhungen mit lauten Bekundungen nach günstigen Wohnungen an anderer Stelle in Einklang bringen will", sagt HBV-Vorsitzender Siegfried Küsel. Sein Verein setzt sich schon länger dafür ein, dass die Stadt Düsseldorf ihre Tochter SWD anweist, innerhalb des Tag- und Nachtschutzgebietes am Flughafen keine Mieterhöhungen durchzuführen. Küsel bemängelt zudem, dass die SWD die Häuser nicht mit Schallschutzmaßnahmen, die auf dem neuesten Stand sind, ausgerüstet hat. "Der HBV wird seinen Mitgliedern die amtlichen Nachweise - Genehmigungen und die zugehörigen Gerichtsurteile - zur Verfügung stellen, die einwandfrei nachvollziehbar machen, welcher Lärmschutz vorgeschrieben ist", sagt Küsel. Außerdem rät der HBV seinen Mitgliedern, der Mieterhöhung so lange zu widersprechen, bis die SWD die Auflagen beim Lärmschutz erfüllt habe. Zumal diese vom Flughafen bezahlt würden.

Am morgigen Dienstag wird sich auch die Bezirksvertretung 5 mit dem Thema befassen, da den Lokalpolitikern ebenfalls die Beschwerden der Bewohner vorliegen. Die CDU-Fraktion hat dazu eine Anfrage gestellt, um mehr Informationen zu den Gründen der Mieterhöhung zu erhalten. "Erst dann können wir abschätzen, ob von unserer Seite Handlungsbedarf besteht", erklärt der Fraktionsvorsitzende Bernhard von Kries.

(RP)