Lörick: Perspektiven für Bürostandort Seestern

Düsseldorf Lörick : Perspektiven für den Seestern

Der Wohnungsanteil am Seestern soll erhöht werden. Anwohner und Unternehmer haben in einem Workshop Ideen dazu entwickelt.

Der Seestern wurde in den 1960er Jahren als Bürogebiet im Stadtteil Lörick errichtet. Heute umfasst er insgesamt etwa 520.000 Quadratmeter mit mehr als 10.000 Beschäftigten. Der Anteil an Wohnungen beträgt 40 Prozent. Jetzt kamen Anwohner sowie Vertreter von Vereinen und der „Standortinitiative Seestern“ auf Einladung der Stadt zusammen, um in einem Workshop Zukunftsperspektiven für das Quartier zu entwickeln. Die wichtigsten Punkte:

Ausgangsbasis Ziel ist, das Gebiet zu einem gemischt genutzten Quartier zu entwickeln, in dem vielfältige Wohnungsgrößen realisiert werden sollen. Gleichzeitig soll die Verkehrsanbindung verbessert und die soziale Infrastruktur ausgebaut werden. Das alles im Einklang mit den ortsansässigen Sportanlagen, denn diese haben eine positive Außenwirkung für den Seestern. Allerdings sollte der von Sportanlagen ausgehende Lärm beim Wohnungsbau berücksichtigt werden. Vorgeschlagen wurde, ebenso von den linksrheinischen Bezirksvertretern, ein Gesamtkonzept „Seestern“ als Orientierung für künftige Bauvorhaben zu entwickeln. Dabei sind auch Klimaziele zu berücksichtigen.

Städtebau Gewünscht wird ein Mix verschiedener Wohnungsgrößen sowie bezahlbarer Wohnraum für die Mittelschicht, wobei die am Ort arbeitenden Menschen bei der Vergabe bevorzugt werden sollen, um den Verkehr zu reduzieren. Überdies sollen sich die Neubauten in den Bestand einfügen, vor allem bezüglich der Höhen. Begrüßt wurde, dass mit der Neubebauung ein „frischer Wind“ in das Quartier einziehen könnte, andererseits wurde infrage gestellt, ob mehr Wohnungen an diesem Standort nachgefragt werden. Die Sorge: „Es könnte eine Schlafstadt entstehen.“ Deshalb sollte auch an die Entwicklung der Infrastruktur gedacht werden, um ein lebendiges Quartier zu entwickeln.

Plätze Die heute als Parkplatz genutzte Fläche an der Emanuel-Leutze-Straße soll nicht vollständig privatisiert beziehungsweise überbaut werden. Befürchtet wird, dass durch das angrenzend geplante Hochhaus zu wenig Platz bleibt, um sich im öffentlichen Raum aufzuhalten. Das Hochhaus hatte wegen seiner Höhe schon im Vorfeld für Protest gesorgt. Im Fokus steht auch die Endhaltestelle der U77: An dieser Stelle könnte ein neues Zentrum Seestern entstehen mit Versorgungsangeboten, sozusagen als offener „Eingangsbereich ins Quartier“. Insgesamt soll die Aufenthaltsqualität durch Freiräume verbessert, Straßen und Wege sollen besser vernetzt werden.

Verkehr Gewünscht wird, die Verkehrssituation „unbedingt zu verbessern“, sowohl im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs als auch des Individualverkehrs. Die Teilnehmer waren sich einig, dass es ein wesentliches Ziel sein sollte, die Attraktivität von Bus und Bahn zu erhöhen. Wichtig ist das auch für die Alt-Löricker, die sich heute schon über die Ausfälle der Buslinie 833 beschweren. Auch die Wegeverbindungen (Radwege) nach Lörick sollten verbessert werden, vor allem zum künftigen Nahversorger „Lörick-Karree.“ Zur Optimierung des überlasteten Straßennetzes wurde eine Zufahrt zum Seestern über einen Kreisverkehr angeregt. Im Hinblick auf die nicht ausreichenden Angebote für den ruhenden Verkehr stellt die Apotheker- und Ärztebank eine temporäre Nutzung der eigenen Erweiterungsflächen in Aussicht.

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