Lörick: Geheimnis der "Suppenerzeugnisse" ist gelüftet

Düsseldorf Lörick : Moschee-Neubau fördert alten Schriftzug zu Tage

Der Neubau einer Moschee an der Hansaallee 376 verlief bisher ohne viel Öffentlichkeit. Erst als sich nach dem Abriss der Altbebauung eine Baulücke ergab, wurde er entdeckt – der Schriftzug „Suppenerzeugnisse“ unter dem Giebel des Nachbarhauses (Restaurant Amici).

Und ein Rätselraten auf Facebook begann. Ein „Exil-Heerdter in Lörick“, wie er sich nennt, fragte, ob jemand weiß, was der Schriftzug zu bedeuten habe. Thorsten Schumacher konnte da etwas weiterhelfen und antwortete: „Das Haus gehört der Familie W­illecke, die haben früher Tütensuppen hergestellt.“ Ein Nachkomme der Familie Willecke bestätigte, dass in der damaligen Familien-Metzgerei tatsächlich Tütensuppen verkauft wurden. Mehr darüber war allerdings nicht zu erfahren.

Die „Suppenerzeugnisse“ sind noch so lange sichtbar, bis der geplante Bau der neuen Moschee fertig ist. Denn die Moschee wird die gesamte Lücke zwischen den Altbauten füllen. Hausherrin ist die Türkisch Islamische Gemeinde DITIP. Seit 1986 hat sie mit einem Provisorium im hässlichen Hinterhof Vorlieb nehmen müssen. Auch von der Straßenseite war das kein schöner Anblick.

Dass bisher der Neubauplan nicht öffentlich diskutiert wurde, deshalb nicht so bekannt ist, liegt daran, dass die linksrheinischen Bezirksvertreter keine Vorlage dazu auf die Tische bekommen haben. Michael Frisch, städtischer Pressesprecher, erklärte dazu, dass 2016 die Bezirksverwaltungsstelle über das Vorhaben informiert worden sei und dass ein Bauvorbescheid nach Paragraf 34 (muss sich in die Umgebung einfügen) erteilt wurde.

Die Umgebung ist als Mischgebiet eingestuft, sodass dort kirchliche Anlagen zulässig sind. „Die Bezirksvertretung ist für den Bauantrag nicht zuständig gewesen, weil das Baugrundstück lediglich 360 Quadratmeter groß ist“, ergänzt Pressesprecher Michael Frisch. Erst bei einem Bauvorhaben von über 1000 Quadratmetern muss das Gremium laut Satzung gehört werden und das wird bei der Moschee nicht erreicht.

Mit dem Neubau will die islamische Gemeinde nach 33 Jahren im Provisorium das Gemeindeleben weiterentwickeln. Geplant sind auch Räume für die Förderung von Kindern und eine Wohnung für den Imam. Ziel ist es auch, mehr Kontakte zu anderen Religionsgemeinschaften pflegen zu können. Dazu gehört zum Beispiel das islamische Fest „Fastenbrechen“, das schon gemeinsam mit der katholischen Gemeinde in der Nachbarkirche St. Maria Hilfe der Christen gefeiert wurde.

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