Lörick: Lebensbilder eines Malers

Lörick: Lebensbilder eines Malers

Die Ausstellung mit Werken von Hans Paul Gestermann eröffnete die Tochter.

In der Familie Gestermann nahm die Musik einen hohen Stellenwert ein. "Aber mein Vater setzte mit seinen Bildern einen Kontrapunkt", erinnert sich Ingrid Kuntze. Die Tochter, eine in Meerbusch lebende Musikerin, Musikpädagogin und Gründerin der dortigen Städtischen Musikschule, sorgt sporadisch dafür, Arbeiten ihres Vaters Hans Paul Gestermann (1903-1989) öffentlich in Erinnerung zu bringen. "Das ist ein glücklicher Tag und für mich ganz wichtig", eröffnete sie die Ausstellung, die im Haus Lörick unter dem Titel "Lebensbilder" Arbeiten in Öl, Tusche und Aquarell zeigt.

Mit Unterstützung von Walther Uhling, verantwortlich für das Wohnstift-Kulturprogramm, ist es gelungen, eine einprägsame Auswahl aus dem künstlerischen Schaffen von Hans Paul Gestermann zusammenzustellen. Die Ausstellung zeigt die vielseitige Inspiration des Mannes, der zwar eine Malschule und Kunstseminare besuchte, aber eigentlich Volkswirt mit Studium der Architektur und Staatswissenschaften war. Weil sich die Eltern das so wünschten. Zum Glück verstand es Gestermann, seine künstlerischen Neigungen trotzdem auszuleben. "Er malte Blumen, die ich auf der Wiese pflückte, und kam häufig mit halbfertiger Malerei nach Hause, die er unterwegs an einer kleinen Staffelei im Freien begonnen hatte", erinnert sich Ingrid Kuntze. Ihr Vater - das Selbstporträt stammt aus dem Jahr 1958 - malte Frühlingsblumen, Niederrhein-Landschaften, Fischer am Gardasee, die Dünen auf Sylt und Industrie-Aquarelle, die unter anderem 2015 im LVR Industrie-Museum Oberhausen zu sehen waren. Dass ein Querschnitt unterschiedlicher Motive und Techniken von 1940 bis 1965 jetzt im Theaterfoyer von Haus Lörick gezeigt wird, lockte zur Vernissage gut 50 Besucher. Musikalische umrahmt wurde der Nachmittag von Charlotte Langner und Niklas Pauschert als erfolgreiche Teilnehmer des Landeswettbewerbs "Jugend musiziert" sowie Thomas Blomenkamp am Klavier.

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Ausstellung Bis 21. Juli, täglich 9-19 Uhr, Haus Lörick, Grevenbroicher Weg 70.

(RP)
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