Lörick: Flüchtlingsheim in Lörick eröffnet

Lörick : Flüchtlingsheim in Lörick eröffnet

Hunderte Nachbarn sind zum Fest gekommen, um sich das Heim anzusehen.

Nach vielen Monaten Bauzeit ist der letzte Stein gesetzt, Leitungen sind verlegt, alle Räume möbliert, die Küchen eingerichtet, ein Zaun gezogen, die Wege und Plätze sind plattiert: Das Flüchtlingsheim an der Oberlöricker Straße wurde gestern mit einem Bürgerfest eröffnet. Hunderte Nachbarn der umliegenden Stadtteile Lörick, Niederkassel, Heerdt und Oberkassel kamen vorbei, um sich anzusehen, was sie bisher nur flüchtig im Vorbeifahren anschauen konnten.

Die Neugier war offensichtlich: Wie wird das wohl aussehen in diesen sieben mit Holz verkleideten Gebäuden, in denen bald rund 450 Menschen leben sollen? Über 17 Millionen Euro, so heißt es, habe die Stadt investiert, um eine dauerhafte und annehmbare Unterbringung zu präsentieren. Der erste Eindruck, da war man sich einig: Es sieht gut aus. Die Räume (fast durchweg Zwei-Bett-Zimmer) sind einfach, aber praktisch möbliert, auf jeder Etage gibt es eine Küche und Duschräume sowie Toiletten. Miriam Koch, Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Düsseldorf, war sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis. Insgesamt sieht die Grüne-Politikerin eine Entspannung bei der Flüchtlingsproblematik. "Der große Andrang ist vorbei, es kommen zwar noch täglich neue Flüchtlinge, aber wir haben das im Griff, die Lage hat sich entspannt", sagte Koch. Kritisch sieht sie die nach wie vor zu lange Bearbeitungszeit der Asylanträge, die mehrere Monate brauchten, um entschieden zu werden.

In der Löricker Unterkunft wird sich der Sozialdienst katholischer Frauen und Männer (SKFM) um die Kinder, Frauen und Männer kümmern. Mehrere Schulungsräume stehen zur Verfügung, die Vodafone-Stiftung hat einige Räume der Verwaltung eingerichtet und einen Aufenthaltsraum möbliert. Bei der Eröffnung zeigte sich Gertrud Schnitzler-Ungermann, (Chefin der Schumacher-Brauerei) spendabel: Am Getränkewagen der Brauerei kosteten Wasser, Cola und Alt nur ein Euro pro Glas. Der Ein-Euro-Einheitspreis galt auch für Bratwurst (vom Schwein), Cevapcici (vom Rind) und Gemüse-Lasagne.

Einige Dutzend Flüchtlinge aus anderen Unterbringungen der Stadt, die in Lörick einziehen werden, waren beim Fest dabei und besichtigten ihre neue Heimat. Das Wohnprojekt ist auf fünf Jahre begrenzt. Theoretisch könnten die Häuser dann abgebaut und woanders wieder errichtet werden. Womöglich werden sie aber auch aus- oder umgebaut und für andere Zwecke genutzt.

(RP)
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