Düsseldorf-Lörick: Wohnungen für etwa 500 Neu-Löricker - Serie „Wohnen in Düsseldorf“

Serie „Wohnen in Düsseldorf“: Wohnungen für etwa 500 Neu-Löricker

Der Wohnanteil des linksrheinischen Bürostandorts Seestern in Düsseldorf soll durch ein neues Wohnquartier gestärkt werden. Das Konzept traf auf Zustimmung.

Der Seestern wird immer mehr zum Wohnstandort. Nun macht der Stadtrat den Weg frei für ein weiteres Ensemble von Wohnbauten am westlichen Rand des Bürostandorts. Im Planungsausschuss stimmte einzig die Linke gegen die Idee, auf dem Areal am Niederkasseler Lohweg 20 rund 230 neue Wohneinheiten zu errichten. Dabei soll auch das Handlungskonzept Wohnen angewendet werden.

Dem hat der Investor Instone Real Estate bereits zugestimmt. 20 Prozent werden als Sozialwohnungen erstellt, 20 Prozent kommen preisgedämpft mit einer Kaltmiete von maximal 9,60 Euro pro Quadratmeter auf den Markt. Der Instone-Niederlassungsleiter NRW, Stefan Dahlmanns: „Wir werden im zweiten Quartal 2019 mit dem Rückbau beginnen. Der Baustart für das Projekt ist im ersten Quartal 2020 geplant. Die Bauzeit liegt bei 24-30 Monaten.“

Die Stadtplaner wollen auch bei der Entwicklung von Wohnraum den Charakter des Seesterns als „verdichteten, urbanen Stadtbereich“ erhalten. In dieser Logik ist nachvollziehbar, dass der bestehende siebengeschossige Bürokomplex am Heerdter Lohweg fällt und markanter Hingucker nun ein Wohnturm mit 19 Etagen werden soll.

Dennoch soll das Projekt insgesamt keinen zu wuchtigen Eindruck hinterlassen. Eine geöffnete Blockrandstruktur ist geplant, es gibt einen Innenhof mit Grün und Spielplatz. Neben dem 59 Meter hohen Turm verteilen sich weitere Gebäude mit acht, sechs und fünf Geschossen. Bis auf das Hochhaus sollen die obersten Geschosse jeweils etwas zurückspringen. Im nordöstlichen Gebäuderiegel soll eine zweizügige Kita untergebracht werden.

Das Verfahren, einen neuen Bebauungsplan (B-Plan) aufzustellen, ist erforderlich, weil in den 1960er Jahren der Seestern als moderner Arbeitsplatzschwerpunkt entwickelt wurde. Das Plangebiet am Niederkasseler Lohweg 20 ist als „Kerngebiet“ ausgewiesen, Wohnungen sind ausgeschlossen. Düsseldorf hat jedoch bis in die 1990er Jahre hinein Bebauungspläne aufgestellt, in denen Kerngebiete mit einem Wohnanteil von bis zu 40 Prozent ausgewiesen wurden. Diese sind in Teilen noch rechtsverbindlich.

Insgesamt ist das Echo auf das Bauvorhaben moderat. Eine Frau hatte bei der Bürgeranhörung bemerkt, dass sie zwar an Wohneigentum interessiert sei, aber nicht in einem Hochhaus wohnen wolle. Sie sei überzeugt, dass es dafür auch keinen Bedarf gebe und bedauerte, das immer weniger niedrige Häuser gebaut werden.

Ein anderer Teilnehmer dagegen wies darauf hin, dass es im Umfeld ja bereits Wohnungen gebe (Amboßstraße). Er befürworte das neue Konzept, vor allem deshalb, weil es die vorhandene Monostruktur einer Bürostadt aufbrechen würde. Geschäfte aber sind in den Erdgeschossen der Neubauten nicht vorgesehen. Die 500 zu erwartenden Neu-Löricker können nur auf die Realisierung des „Lörick-Karrees“ hoffen. Denn der Seestern ist bis auf ein Bistro mit Bäcker und ein Büdchen weitgehend einzelhandelsfrei.

Die linksrheinischen Bezirksvertreter stimmten geschlossen für die Wohnquartier-Pläne. Die Grünen regten an, bei den Ersatzpflanzungen – 32 Bäume werden gefällt, 21 neu gesetzt – darauf zu achten, dass Bäume der ersten Ordnung (Endhöhe 20 Meter) nachgepflanzt werden. Wichtig auch, dass die „Busschleuse“, die den nördlichen Teil des Niederkasseler Lohwegs vom südlichen trennt, erhalten bleibt.

Sie befindet sich etwa in Höhe der Straße Am Kirschbaumwäldchen. Dort weisen Einfahrtverbots-Schilder darauf hin, dass nur Busse und Rettungsfahrzeuge passieren dürfen. Ebenso die Nutzer der Tiefgarage, die unter allen Baukörpern eingerichtet wird.

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