Düsseldorf-Lörick: Wohnen mit Blick ins Grüne

Stadtteil-Check Lörick : Wohnen mit Blick ins Grüne

In Lörick ist die Welt noch weitgehend in Ordnung. Probleme gibt es wenig. Was fehlt, sind Einkaufsmöglichkeiten, die vor allem Neuzugezogene, aber auch Alteingesessene vermissen.

Hans-Werner Tups, Jahrgang 1958, liebt seinen Geburtsort Lörick. Dort hat er hier seine Schul- und Studienzeit verbracht, lebte zwischendurch in anderen Stadtteilen, ist aber seit 2001 wieder in Lörick. Trotzdem sieht er sich nicht als „klassischen Altbürger“ an. Ein klassischer Löricker müsste nach seiner Meinung Landwirtschaft oder eine Schuhmacherwerkstatt betreiben. Aber das gibt’s nicht mehr, auch der Tante-Emma-Laden mit angeschlossener Bäckerei gehört der Vergangenheit an. Als Löricker belastet ihn das nicht: „Die Welten wachsen zusammen. Das ist ein allgemeines Phänomen, der Lauf der Zeit.“

Er lebt hier sehr gern: „Die Wohnlage ist top. Mir gefällt die Art der niedrigen Bebauung, die noch vorhandenen Grünflächen zwischen den Häusern, der hohe Freizeitwert vor allem durch die Nähe des Rheins. Mir wird immer mehr bewusst, wie attraktiv die Umgebung ist.“ Menschen, die neu zuziehen, wüssten häufig gar nicht, „in welche Perle sie da hineingeraten sind“. Auch heute kennt Tups die meisten der Bürger, ist über den Dorfklatsch informiert. Aber das Publikum habe sich verändert: „Als ich in die Schule ging, waren die Felder voll mit Menschen, die dort gearbeitet haben. „Ich habe sie alle gegrüßt.“

Seit wann er genau der St. Sebastianus Schützenbruderschaft angehört, weiß er nicht. Aber ein Foto zeigt ihn als Vierjährigen beim Umzug: „Auch mein Vater und mein Urgroßvater waren Schützen.“ Obwohl sich Hans-Werner Tups trotz Mitgliedschaft eine Auszeit vom Schützenwesen gönnt, ist er an der Gestaltung der Ausstellung zum 150-Jährigen im Haus Lörick beteiligt. Privat schwärmt er vor allem für seine fünfjährige Enkelin: „Sie ist der Knaller.“ Und überhaupt: „Ich kann mir nicht vorstellen, nicht in Lörick zu leben.“

Petra Speck ist von Heerdt nach Lörick gezogen. Sie liebt die Auenlandschaft und schätzt die Ruhe, wünscht sich aber bessere Einkaufsmöglichkeiten. Foto: Anne Orthen (ort)

So richtig wohl hat sich Petra Speck in Heerdt nicht mehr gefühlt. „Meine Wohnung war nicht so toll und die Verkehrsentwicklung in Heerdt ist auch nicht schön“, sagt sie. Da traf es sich perfekt, dass der Arbeitgeber ihres Lebensgefährten Frank Otremba an der Wickrather Straße Wohnungen vermietet. „Wir haben etwas Ruhiges gesucht und gefunden. Der Ausblick ins Grüne und auf den Spielplatz hat natürlich, bei der Entscheidung hierherzuziehen, geholfen“, erzählt sie.

Seit knapp eineinhalb Jahren wohnt das Paar jetzt in Lörick, das für sie die ideale Lage hat. „Die Verkehrsanbindung zur Arbeit in der Stadt ist optimal. Unser Fitnessstudio ist fußläufig zu erreichen. Für das alltägliche Leben hat man hier kurze Wege.“ Nur an Einkaufsmöglichkeiten mangele es. Darum fände sie es gut, wenn das Löricker Karree endlich wieder mit Leben gefüllt werden würde. „Es wäre schön, wenn man hier einen Platz hätte, vielleicht mit einer Eisdiele oder einem Café, wo man nachmittags mal hingehen und Leute treffen könnte. Ansonsten lebe es sich angenehm in Lörick, findet die Beamtin. „Wir haben eine sehr ruhige und gediegene Nachbarschaft. Jeder bleibt mehr oder weniger für sich.“ Auch ihren Hobbys kommt der Stadtteil  entgegen. Zu ihrem Schrebergarten am Löricker Wäldchen können sie jetzt zu Fuß gehen. „Im Sommer machen wir Radsport. Wir haben hier ein tolles Revier, direkt vor der Tür und bis nach Holland. Auch kleine Spaziergänge könne man hier machen. „Letztens waren wir in Alt-Lörick. Obwohl einiges neu gebaut wurde, ist es dort noch richtig dörflich“, so Speck. „Das gefällt mir.

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