Düsseldorf: Berliner Erzbischof schätzt Löricker Schützen

Schützenfest in Düsseldorf-Lörick : Berliner Erzbischof schätzt Löricker Schützen

Der Verein feierte am Wochenende mit Heiner Koch sein Jubiläum zum 150-jährigen Bestehen. Die Parade war sehr gut besucht.

Die Löricker St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft feierte dieses Wochenende ein ganz besonderes Schützenfest. Zum 150-Jährigen gab es Tradition und viel Neues. Zum Start des Festes durften die Schützen ihre Flexibilität beweisen. Geplant war, den wieder eingeführten Zapfenstreich vor der Residenz des Schützenkönigs Kurt Feller abzuhalten. Der Regen machte dem einen Strich durch die Rechnung. Prompt wurde der Zapfenstreich ins Zelt verlegt. Die Kranzniederlegung am Ehrenmal wurde auf Sonntag früh verschoben. „Das war viel passender“, fand Schützenchef Thomas Hummelsbeck. „Unser Archivar Hans-Werner Tups hat eine tolle Rede gehalten, bei der er den Bogen sehr eindrucksvoll gespannt hat.“

Ab Freitagabend lief dann wieder alles wie geplant. Der Bürger- und Heimatabend, der von den Jungschützen und einigen älteren Schützen organisiert wurde, war ein Riesenerfolg. Das Revival aus den vergangenen 30 Jahren Bühnenprogramm kam gut an. „Da haben wir alles richtig gemacht“, freute sich Uwe Gensow, der die Idee zu dem Revival hatte und schon vor 30 Jahren mit dabei war. Für Gänsehaut an dem Abend sorgten Martina Wendel, Olli Möhkler und Mirjam Feldschen. Sie präsentierten die neue Lörick-Hymne. Frei nach Herbert Grönemeyers „Bochum“ sang das ganze Zelt „Lörick, ich komm aus diir...“

Am Samstag lockten das Platzkonzert auf dem Dorfplatz, das neu eingeführte Bürgerschießen und auch das erste Feuerwerk viele Besucher ins Dorf. Beim Ball der Kompaniekönigspaare überraschte Hummelsbeck das Puppenbauerteam, das mit den abgebrannten Strohpuppen einen herben Rückschlag erleben musste, mit einer tollen Nachricht. Jacques Tilly wird die Puppen nachmalen, sie signieren und den Schützen schenken. Eine besondere Ehrung gab es für Hans-Josef Dahmen, der seit 70 Jahren dabei ist und die Schützen 32 Jahre lang anführte. Damit war er längster amtierender Chef in Düsseldorf.

Auch am Sonntagmorgen war das Festzelt sehr gut gefüllt. Heiner Koch, Schirmherr des Jubiläumsschützenfestes, hielt mit Präses Michael Dederichs und Pfarrer Michael Rischer eine stimmungsvolle Messe ab. Den Erzbischof von Berlin verbindet eine langjährige Freundschaft mit den Löricker Schützen. 2005 kam der gebürtige Düsseldorfer zum ersten Mal als Präses des Bundes der historischen deutschen Schützenbruderschaften nach Lörick. Als sein Freund Arnold Stender 2007/2008 Schützenkönig wurde, war Koch wieder in Lörick dabei und seitdem kommt er immer wieder. „Ich finde, das ist eine jung gebliebene Gemeinschaft, die durch alle Bevölkerungsschichten geht. Jeder wird hier integriert“, sagte der Erzbischof. „Die Schützen haben eine hohe Verbundenheit mit ihrem Ort und übernehmen viel soziale Verantwortung. Das gefällt mir.“ Daher hat er die Rolle als Schirmherr auch gerne angenommen. Schon im Mai war der ehemalige Elleraner nach Lörick gekommen, um die Jubiläumsausstellung im Haus Lörick zu eröffnen. „Die habe ich mir mit Begeisterung angeschaut. Es war toll zu sehen, was Lörick für eine Geschichte hat.“ Koch wünscht sich, dass die Löricker Schützen auf ihrem Weg bleiben. „In den heutigen Zeiten brauchen wir Heimat, Geborgenheit und ein Zuhause. Die Ideale Glaube, Sitte und Heimat dürfen nicht aufgegeben werden. Es wäre schön, wenn die Schützen auch weiterhin alle in Lörick vereinen könnten.“

Wie ein Lindwurm zog der 800 Mann starke Festzug am Sonntag durch Lörick. Mittendrin das Büdericher Regiment, mit dem die Löricker verbunden sind. Obwohl die Büdericher gescherzt hatten, den Zug feindlich zu übernehmen, behielten die Löricker das Zepter in der Hand. Auch das Sappeur-Corps 1953 Düsseldorf ehrte seinen ehemaligen Heimatverein bei der Parade. Zwölf Musikzüge begeisterten die zahlreich erschienenen Zuschauer.

Heute werden auf dem Schützenplatz der Jung- und Regimentskönig ausgeschossen, bevor das Fest mit Krönung und Party sein Ende findet.

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