Kindergarten : Kita Kinderhut versorgt den Seestern

Der Freie Träger hat gerade den dritten Standort in Lörick eröffnet. Zwar sind die Einrichtungen vor allem als Betriebskindergärten angelegt, es werden aber auch weitere Kinder aus dem Umfeld aufgenommen.

Von Marc Ingel

Von außen ist die Kita Seepferdchen zwischen den Bürobauten am Seestern als solche nicht erkennbar. Doch wem einmal der Eintritt gewährt wird, der staunt nicht schlecht: alles sehr hell, lichtdurchflutet, die Räume sind großzügig geschnitten und nicht so zugestellt, jeder hat eine andere Funktion. Und es gibt eine Rezeption, ein wenig wie in einer Arztpraxis. „Die existiert in allen unseren Kitas, hier werden die Eltern empfangen, wird besprochen, wie der Tag mit den Kindern war“, erklärt Klaus Bremen, Geschäftsführer von Kinderhut. Der Freie Träger der Jugendhilfe unterhält am Seestern gleich drei Einrichtungen. Nach Seesternchen (2007) und Campus Kids (2013) hat Anfang des Jahres auch das Seepferdchen an der Prinzenallee eröffnet. „Der Bedarf hat es einfach hergegeben“, sagt Rena Fischer-Bremen, die Kinderhut vor 23 Jahren gegründet hat. 14 Einrichtungen gibt es inzwischen schon insgesamt, bis 2020 sollen drei weitere hinzukommen.

Doch was ist so besonders am Kinderhut-Modell? „Wir sind vor allem ein betriebsnaher, an manchen Standorten auch ein reiner Betriebs-Kindergarten. Früher war das Berufsleben für ein Elternteil erst einmal vorbei, wenn Nachwuchs kam. Wir bieten aber einen hohen Anteil an U3-Plätzen an“, sagt Fischer-Bremen. Von den insgesamt 160 Plätzen in den drei Kitas in Lörick sind allein 100 für Kinder, die jünger als drei Jahre sind, gedacht. Und natürlich hat Kinderhut flexible Öffnungszeiten mit bis zu neun Stunden am Tag. „Wir gehen aber auch sehr auf die Wünsche der Eltern ein, bieten Gesprächsforen nach Feierabend an, nehmen den Tagesablauf der Kinder ernst und halten beispielsweise bestimmte Ereignisse in Fotos oder Videotakes fest. Das finden die Eltern toll“, erzählt die Geschäftsführerin. Viele der Eltern, die Kinderhut vertrauen, arbeiten bei Vodafone. „Wir belegen unsere Plätze aber über den Kita-Navigator der Stadt, und sofern nicht alle Plätze belegt sind, nehmen wir natürlich auch Kinder aus dem Stadtteil auf“, sagt Fischer-Bremen. „Und das gilt genauso für die alleinerziehende Mutter in Heerdt oder die junge Frau, die noch in der Ausbildung ist. In Kooperation mit der Kommune ist dann auch eine Beitragsbefreiung möglich.“Das Seepferdchen ist bislang nur zur Hälfte belegt, „wir hoffen aktuell vor allem auf ältere Kinder, damit die Altersstruktur langfristig stimmt“, erklärt die Unternehmensgründerin. Das pädagogische Konzept basiert auf mehreren Standbeinen: Pickler, Montessori, mittlerweile auch Marte Meo. „Mit dieser Herangehensweise werden aus alltäglichen Situationen Potenziale geweckt und die Kinder so zu mehr Selbstständigkeit animiert“, sagt Fischer-Bremen. Überhaupt werden die jungen Besucher ernst genommen, es gibt keine reduzierte Kindersprache – und zwar schon am Wickeltisch. „Die Kita hat längst die Vorschule abgelöst. Wie Kinder auf die Welt zugehen, das wird schon bei uns vermittelt“, sagt Klaus Bremen. Und die insgesamt 170 Mitarbeiter von Kinderhut sollte dafür dann auch die Bereitschaft mitbringen, sich ständig fortzubilden.

Klaus Bremen und Rena Fischer-Bremen haben am Seestern inzwischen die dritte Einrichtung eröffnet. Foto: Sabine Jakobs/SABINE JAKOBS


Info: www.kinderhut.de

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