Sinti-Gedenktafel in Düsseldorf-Lierenfeld wird verschönert

Erinnerungsort Höherweg : Sinti-Gedenktafel wird aufgewertet

1993 wurde die Tafel am Höherweg montiert. Die Ecke sah zuletzt schlimm aus.

Kaum größer als ein Blatt Papier ist die Tafel, die vor mehr als 25 Jahren seitlich an der Eisenbahnbrücke, die über den Höherweg verläuft, angebracht wurde. Sie soll an die Düsseldorfer Sinti erinnern, die durch den Nationalsozialismus im Lager Höherweg Opfer des Völkermordes wurden. Ein Ort, der niemals vergisst, wollten Stadt, Politik und Sinti damals schaffen, ein Ort, an dem die Menschen innehalten können. Doch die Gedenkstätte ist inzwischen in einem schlechten Zustand, spätestens bei einer Feier 2017 an der Brücke, die von der Sinti-Union und der Mahn- und Gedenkstätte ausgerichtet wurde, ist das den meisten Besuchern bewusst geworden.

„Das Umfeld ist sehr ungepflegt“, meint Christian Rütz (CDU), Ratsherr und Mitglied der Bezirksvertretung 8, der sich lange dafür eingesetzt hat, dass sich etwas tut am Höherweg zur Ecke Posener Straße und Höherhofstraße. 8700 Euro wird die Bezirksvertretung für die Umgestaltung in die Hand nehmen, beim Beschluss waren sich alle einig. Denn die Beziehungen zwischen Politik und Sinti-Gemeinschaft, die überwiegend in Eller lebt, ist sehr eng. An der Hauptschule Bernburger Straße läuft ein Projekt, bei dem jugendliche Sinti zu ihrer Geschichte forschen. Von 1937 bis 1945 waren im Lager am Höherweg mehr als 200 Sinti interniert. Über die Hälfte der Gefangenen wurden deportiert und ermordet.

Bis es in der BV einen Beschluss zur Umgestaltung der Tafel gab, hat es gedauert. Die Mitglieder der Sinti-Union hatten bereits selbst versucht, die Umgebung zu verschönern, zupften Unkraut, beseitigten Müll. Doch die mit Graffiti beschmierte Wand blieb. Das wollten CDU, Grüne und FDP in der Bezirksvertretung 8 ändern, stellten 2017 kurz nach der Gedenkfeier einen Antrag, damit Schmierereien verschwinden und der Boden vernünftig gepflastert wird, sodass kein Unkraut mehr sprießen kann. Zunächst leitete die Stadt den Wunsch an die Bahn weiter, die Eigentümerin der Brücke ist. „Sobald von dort eine Rückmeldung vorliegt und die weitere Vorgehensweise mit dem Amt für Verkehrsmanagement abgestimmt ist, wird die Bezirksvertretung informiert“, hieß es 2017. Mitte 2018 gab es schließlich eine Antwort: Die Bahn habe nichts dagegen, wenn der Bereich um die Tafel verschönert werde, die Bezirksvertretung aber muss die Kosten selbst dafür tragen, hieß es. In diesem Frühjahr soll es losgehen, zunächst mussten und müssen die Stadtwerke noch Leitungen für das Glasmacherviertel verlegen.

6500 Euro wollte das Gremium zunächst aus eigenen Mitteln ausgeben, um die umliegenden Flächen zu pflastern und die Tafel würdevoll einzufassen. Von der Bordsteinkante bis zum Mauerwerk sollen helle, kleinteilige Granitsteine gesetzt werden, die die anthrazitfarbenen Gehwegplatten einfassen. Weil sich das Gremium zusätzlich noch Strahler gewünscht hat, um die Tafel zu beleuchten, wird die Maßnahme jetzt 8700 Euro kosten.

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