Düsseldorf Abschied von der Matthiaskirche

Lichtenbroich · Am 24. August geht ein Abschnitt in der Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Unterrath zu Ende. Dann wird die Matthiaskirche in Lichtenbroich als Gottesdienststätte außer Dienst gestellt.

 Kurt Schaaf, Vorsitzender des Presbyteriums, Ulrike Davidovic, Finanzkirchmeisterin und Pfarrer Stefan Kläs (v.l.) bereiten die Entwidmung vor.

Kurt Schaaf, Vorsitzender des Presbyteriums, Ulrike Davidovic, Finanzkirchmeisterin und Pfarrer Stefan Kläs (v.l.) bereiten die Entwidmung vor.

Foto: Anne Orthen

Vor rund 37 Jahre wurde die Matthiaskirche mit ihren Gemeinderäumen in Betrieb genommen. Nun trennt sich die Evangelische Kirchengemeinde Unterrath von diesem Gebäude. Im Rahmen eines Gemeindefestes und Gottesdienstes können die Lichtenbroicher am 23. und 24. August Abschied nehmen. Denn nicht nur für die Mitglieder der Gemeinde ist die Aufgabe der Matthiaskirche ein Verlust, sondern auch für den gesamten Stadtteil Lichtenbroich, indem es nur wenige Versammlungsorte und Aktivitäten gibt.

Die Matthiaskirche hatte sich aber über Jahre zu einem Treffpunkt im Zentrum mit vielfältigen Angeboten für Menschen jedes Alters entwickelt. Während das Jugendforum geschlossen wird, soll das Zentrum plus aber für den Stadtteil erhalten bleiben. "Das ist unsere feste Absicht und unser Ziel", sagt Pfarrer Stefan Kläs. Zurzeit wird das Kirchengebäude zum Kauf angeboten. "Die Verhandlungen laufen noch, so dass wir noch nicht sagen können, wann der Verkauf stattfindet und wer der Käufer ist", sagt der Pfarrer. Im Gespräch ist aber weiterhin die Koptische Kirche.

Sinkende Zahlen bei den Gemeindemitgliedern und damit bei den Einnahmen machen diesen drastischen Schritt notwendig. So gehen Prognosen davon aus, dass sich die Zahl der Gemeindemitglieder bis 2030 unter anderem durch den Demografischen Wandeln noch halbieren wird. Ab 2020 soll sich das Gemeindeleben der Kirchengemeinde Unterrath deshalb auf einen Standort konzentrieren, um Kräfte und Ressourcen zu bündeln. Die Petruskirche Am Röttchen bleibt für Gottesdienste erhalten. In den nächsten Jahren wird zudem auch die Pauluskirche am Diezelweg geschlossen, aber das Gemeindehaus dort soll weiterhin genutzt werden.

"Der Verkauf der Kirche ist für viele Menschen eine schmerzliche Verlusterfahrung. Das kann ich gut nachvollziehen", sagt Kläs. "Nun ist es wichtig, im Gespräch zu bleiben, die Trauer und die Menschen ernst zu nehmen." Im Rahmen des Gemeindefestes wird deshalb Zeit für Erinnerungen eingeräumt. Dann sollen die Gemeindemitglieder Geschichten rund um die Matthiaskirche erzählen und Fotos zeigen können.

Im Gottesdienst am Sonntag erfolgt dann die eigentliche Entwidmung des Gotteshauses. Dieser beginnt um 10 Uhr in der Matthiaskirche. Dann begibt sich die Gemeinde in einer Prozession zur Petruskirche, wo der Gottesdienst fortgesetzt wird. "Dabei wird das liturgische Inventar wie die Osterkerze, die Altarbibel und das Holzkreuz mitgenommen. Diese Gegenstände sollen nicht einfach verschwinden, sondern im Gebrauch bleiben, an die Geschichte der Matthiaskirche erinnern", sagt Kläs. Symbolisch soll damit auch gezeigt werden, dass die Mitglieder der Matthiaskirche einen neuen Platz in der Petruskirche haben, auch hier ihre Stimme Gewicht hat.

Das Wohnhaus der Matthiasgemeinde, in dem Pfarrer Stefan Kläs mit seiner Frau, der Pfarrerin Antje Brunotte, lebt, wird nicht verkauft. "So bleiben wir zumindest vor Ort", sagt Kläs.

(RP)