Unterbilk: Leidenschaft für die Lorettostraße

Unterbilk: Leidenschaft für die Lorettostraße

Die Namen der Straßen geben des Öfteren Rätsel auf. Bekannte Persönlichkeiten, Städte, Blumen oder Märchenfiguren sind leicht zu erkennen, aber viele Bezeichnungen sind unklar oder unverständlich. Die Rheinische Post stellt in lockerer Folge ungewöhnliche Namen vor und erzählt deren Geschichte.

Trendige "Lo"

Eine Straße im Herzen der Stadt, zwischen dem futuristischen Medienhafen und fernab des Innenstadttrubels. Ein trendiges Geschäft liegt hier neben dem anderen, die Straße ist Anziehungspunkt für Kreative und junge Eltern, aber auch für Menschen aus dem Viertel, die gerne mal in aller Ruhe einen Kaffee in der Sonne genießen wollen. Auf der Lorettostraße lässt es sich leben. Auch alteingesessene Geschäfte wie die Apotheke St. Martin haben hier ihren Stammplatz. Und Apotheker Franz-Josef Cüppers hat eine Leidenschaft für "seine" Lorettostraße, die "Lo". "Der Name kommt von einer gleichnamigen Kapelle in Italien", weiß er zu berichten.

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Und tatsächlich, so ist es: Namensgeber ist allerdings die Lorettokapelle, die nach der Kirche im italienischen Wallfahrtsort Loreto benannt wurde. Die Kapelle ließ Erzherzogin Maria Anna, die erste Ehefrau des Kurfürsten Johann Wilhelm, 1686 erbauen. Schon bald war sie dem Andrang der Wallfahrer nicht mehr gewachsen und musste im 18. Jahrhundert erweitert werden.

Schließlich wurde sie 1812 zur Pfarrkirche umfunktioniert. Weil es jedoch erneut Platzmangel gab, wurde in der Kapelle 1893 der letzte Gottesdienst gefeiert. Heute steht an dieser Stelle die Pfarrkirche St. Martin.

(RP)
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