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Eller/Lierenfeld/Vennhausen: Leben im Alter organisieren

Eller/Lierenfeld/Vennhausen : Leben im Alter organisieren

Damit Senioren in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können, brauchen sie barrierefreie Wohnungen. Unterstützung im Alltag und eine gute Versorgung. Der Diakoniesonntag soll darauf aufmerksam machen.

Die liebgewordene Wohnung kann für kranke und behinderte Senioren zur Einsamkeitsfalle werden. "Sie können ihre Wohnung nicht verlassen, weil sie die Treppen nicht mehr bewältigen können, sind auf Hilfe beim Einkaufen angewiesen und brauchen auch Hilfe beim Säubern der Räume", weiß Karin Martini, Koordinatorin der evangelischen Sozialarbeit in der Region Eller, Lierenfeld und Vennhausen, aus ihren vielen Beratungsgesprächen.

Vor allem unerwartete schwere Erkrankungen können das Leben in den eigenen vier Wänden fast unmöglich machen. Die Probleme und die Wünsche für Unterstützung wollen die evangelischen Gemeinden dieser Düsseldorfer Region am Diakoniesonntag, 18. März, bei einem Aktionstag besprechen und auf Lösungen hinweisen.

Die können am besten gefunden werden, wenn sich Senioren rechtzeitig Alternativen überlegen. So wie die 75-jährige Ursula Götzinger. Als ihr Mann einen Schlaganfall erlitt und nicht mehr gut laufen konnte, "wurde mir bewusst, dass unsere Wohnung in der vierten Etage eines Hauses ohne Umzug nicht mehr zu unserem Leben passte", berichtet sie. Konsequent suchte sie nach einer geeigneteren Wohnung.

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Sie sollte leicht zu erreichen sein, ein Bad mit Dusche ohne Einstieg haben, eine erschwingliche Miete kosten und möglichst nahe an einem Laden oder Einkaufszentrum liegen. "Vor allem aber sollte sie in der Nähe unseres Wohnviertels liegen, weil wir die vertraute Umgebung nicht missen wollten und die gegenseitigen Besuche von Freunden und Bekannten nicht zu aufwändig sind", erklärte Götzinger. Sie hatte mit ihren Bemühungen Glück, fand eine Wohnung im Erdgeschoss eines Wohnhauses am Kamper Weg. "Und das Einkaufszentrum an Vennhauser Allee ist wenn nötig auch noch mit einem Rollator zu erreichen", berichtet Götzinger.

So glatt läuft die Suche nach einer Wohnung selten, "weil preisgünstige Angebote in Düsseldorf selten sind", sagt Martini. Die evangelischen Kirchengemeinden versuchten deshalb auch, mit Hilfe im Alltag die Probleme zu lindern. "Ehrenamtliche Helfer machen beispielsweise Besorgungen, der Besuchsdienst versucht, mehr Kontakte zu ermöglichen", so die Koordinatorin.

Aber allein mit diesen Hilfen sei ein Leben im Alter in gewohnter Umgebung nicht zu ermöglichen, auch wirtschaftliche und politische Weichenstellungen sind nach Ansicht von Pfarrerin Inga Bödeker nötig: "Hauseigentümer und Investoren müssen bei Sanierungen beachten, dass die Räume ohne Barrieren gebaut werden", nennt sie eine wichtige Voraussetzung. Ungünstig für ältere Menschen, die nicht mehr lange Wege zurücklegen können, sei auch die Entwicklung, dass immer mehr Läden in Wohnvierteln schließen und zu weiter entfernten Einkaufszentren umsiedeln würden. Die Stadt müsse dieser Entwicklung gegensteuern. Und nicht zuletzt müsse der Bau preisgünstiger Wohnungen gefördert werden, weil, so Bödeker, "die Renten in Zukunft immer geringer werden und mehr Menschen arm werden".

(RP/anch)