Urdenbach: Kompromiss für den Seidenweg

Urdenbach : Kompromiss für den Seidenweg

Im Frühjahr wurden auf Antrag der Bezirksvertretung 9 eine Umlaufschranke und eine Halbschranke an einem Weg in der Haus-Endt-Siedlung aufgestellt. Gegner sammelten 213 Unterschriften gegen die Maßnahme.

Über Nacht wurden im Frühjahr am Seidenweg Barrieren aufgestellt, um vor allem Radfahrer an der Raserei zu hindern. Anwohner, die sich und ihre Kinder gefährdet sahen, hatten sich an die Bezirksvertretung 9 gewandt. Nachdem am nördlichen Ende des Seidenwegs eine Umlaufschranke, am südlichen eine Halbschranke aufgestellt wurden, waren zahlreiche Urdenbacher aus der Nachbarschaft empört. Allen voran Ulrich Hüchtebrock, der Eigentum am Seidenweg hat. Jetzt soll eine Kompromisslösung für Frieden am Seidenweg sorgen. Die Umlaufschranke wird entfernt und durch eine Halbschranke ersetzt. Das beschloss gestern der Anregungs- und Beschwerdeausschuss.

Ulrich Hüchtebrock sammelte 213 Unterschriften und richtete sich mit seiner Beschwerde an den Ausschuss. Radfahrer würden durch die Barrieren nicht entschleunigt, sie würden gezwungen, abzusteigen. Obwohl ein Schild eindeutig darauf hinweise, dass Radler dort fahren dürfen. Auch die Bewohner der nahe gelegenen Seniorenresidenz am Schlosspark hätten nach der Anbringung Schwierigkeiten gehabt, mit Rollator oder Rollstuhl die Absperrung zu passieren. Ebenso der Postbote mit seinem Korb am Lenker. In einem ersten Schritt vergrößerte die Stadt den Abstand, für viele Anwohner war das aber nicht genug. "Wir leben in einem Stadtteil der kurzen Wege", sagte Hüchtebrock gestern vor dem Ausschuss. Durch die Schranken sei ein Weg abseits des motorisierten Verkehrs genommen worden. 30 Jahre habe das Zusammenleben von Fußgängern und Radlern funktioniert, Unfälle seien nicht passiert. Roland Hahn vom Amt für Verkehrsmanagement sagte, dass die Verwaltung auf Wunsch der BV reagiert habe, nachdem ein Prüfantrag bei der Verwaltung eingegangen war. Rechtlich habe die Stadt mit der Aufstellung der Umlaufschranke nichts falsch gemacht, sagte er. Nach mehreren Ortsbegehungen stellte Hahn aber fest, dass der Seidenweg bei Radfahrern sehr beliebt sei. "Den alten Zustand, bei dem der Weg mit grünen Pollern versperrt war, können wir nicht wieder herstellen. Das bietet zu wenig Widerstand", sagte er. Sein Vorschlag: die Doppelschranke durch eine einzelne Schranke auszutauschen, deren Öffnung sich abgewandt zu den Hauseingängen befindet. "Zusätzlich sollten wir ein Schild anbringen mit dem Hinweis ,Radfahrer bitte langsam fahren'", sagt Hahn. Damit stieß er nicht nur im Ausschuss auf Zuspruch, auch Ulrich Hüchtebrock und Bezirksvorsteher Heinz-Leo Schuth zeigten sich einverstanden. "Mit dieser Lösung können wir leben", fand er.

Wie die "andere Seite" auf den Kompromiss reagiert, bleibt abzuwarten. Vor allem Kinder seien durch zu schnell fahrende Radler gefährdet worden, klagten die Barriere-Befürworter, die ihren Hauseingang direkt am Seidenweg haben. Gerade in den Morgenstunden sei die Situation besonders schlimm, weil viele Schüler den Weg als Abkürzung nutzten. Dabei sei der Umweg über die parallel verlaufende Haus-Endt-Straße nicht länger.

(RP)
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