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Düsseldorf: Viele Vorschläge für bessere Anbindung

Düsseldorf : Viele Vorschläge für bessere Anbindung

Bei der Mobilen Redaktion in Knittkuhl waren sich die Menschen einig: Es muss etwas passieren in Düsseldorfs 50. Stadtteil. Vor allem, wenn das Gebiet der Bergischen Kaserne wirklich bebaut wird, drohe Dauerstau, so der Tenor.

Schon früh waren die Menschen gestern zur Mobilen Redaktion der Rheinischen Post in Knittkuhl gekommen. Denn das Thema hat in Düsseldorfs jüngstem Stadtteil Gewicht: "Braucht Knittkuhl eine bessere Anbindung?", lautete das Thema der Diskussion, und die meisten Knittkuhler beantworteten die Frage mit einem klaren Ja. So etwa Mario Coenen, der eine einfache Rechnung aufmachte. Der Knittkuhler arbeitet in der Innenstadt, an der Kölner Straße. Mit dem Auto brauche er 18 Minuten bis zu seinem Büro, wenn er gut durchkomme. "Mit Bus und Straßenbahn bin ich über eine Stunde unterwegs", sagte er. Dies sei der Grund, warum er die öffentlichen Verkehrsmittel eben nicht nutze. Kritik übte er vor allem an dem Informationssystem der Rheinbahn. Nun kenne er natürlich die Verbindungen, aber für Nicht-Ortskundige sei es schwer, die schnellsten Verbindungen nach Knittkuhl zu finden. Die Rheinbahn-App sei hierfür nicht zu gebrauchen. Diese Erfahrung habe er auch schon machen müssen, wenn er Busse und Bahnen in der Stadt nutze.

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Auch Erika Baltes, die schon seit 1976 in Knittkuhl wohnt, ist unzufrieden mit der Anbindung ihres Stadtteils. So würde sie den Bus öfter nutzen, wenn es denn einen direkten Weg in die Stadt gäbe. "Es müsste zusätzlich einen Bus geben, der auf direktem Weg in die Stadt fährt." Momentan halte der Bus an zu vielen Stationen. Vor allem nach 20 Uhr würde sie öfter den Bus nehmen, doch gerade dann sei die Taktung nicht ideal. Sie schlug auch eine Verbindung nach Ratingen vor. Aber auch hier gelte es, öfter als zweimal am Tag zu fahren.

Ulrike Hötzel beklagt, dass die Busfahrer der Linie 738 Richtung Mettmann an der Umsteigemöglichkeit Rotthäuser Weg nicht, wie eigentlich von der Rheinbahn garantiert, auf die Ankunft des 733 aus Knittkuhl warten, sondern "fröhlich winkend die Kinder vor der Nase wegfahren". Auch Melanie Kübler kritisiert die Umsteigesituation am Rotthäuser Weg: "Bei Schulbeginn oder -ende sind beide Busse gerammelt voll. Warum kann man die Taktung nicht wenigstens in den Stoßzeiten erhöhen", fragt sie erbost.

Charlotte Kosmitzki kann sich noch daran erinnern, dass es mal eine Direktverbindung von Knittkuhl nach Ratingen gab. "Der Bus ist aber morgens, dann stundenlang gar nicht mehr und erst wieder am Nachmittag gefahren. Das hat wenig Sinn gemacht", zeigt sie Verständnis für die Einstellung der Linie. Susanne Schwade hat vor allem Jugendliche im Blick, wenn sie sagt, "dass es nach 1 Uhr überhaupt keine Möglichkeit gibt, etwa nach einem Altstadtbesuch nach Knittkuhl zurückzukommen". Sie kann nicht verstehen, dass nicht zum Beispiel einmal über einen Taxibus nachgedacht werde. Ulrich Wensel plädiert in diesem Sinne für die Einführung eines Nachtexpress.

Christine Rachner wird das Thema Radanbindung nicht genügend gewürdigt: "Man könnte von der Segelflugwiese über den alten Truppenübungsplatz der Bergischen Kaserne wunderbar eine beleuchtete Radstrecke bis nach Knittkuhl bauen."

30 Jahre lang war Günter Pruchniewski bis 2006 Bezirksvorsteher, noch immer hat er natürlich seine Meinung zu den Problemen im Stadtbezirk: "Auf der B7 passt nichts mehr hin, eine Trasse für den ÖPNV muss daher zwangsläufig durch das Landschaftsschutzgebiet zwischen Straße und Pillebach gelegt werden. Und das muss natürlich vor 2020 geschehen, wenn die Wohnbebauung auf dem Gebiet der Bergischen Kaserne realisiert ist."

(RP)