Düsseldorf-Rath: Finanzierung der Sanierung von Gruitersaaper Weg ist ungewiss

Maroder Weg in Düsseldorf : Das ist eine Straße!?

Der Gruitersaaper Weg in Düsseldorf-Rath ist in einem katastrophalen Zustand. Die Stadt hat zwar ein Sanierungskonzept erarbeitet, doch die Straße gehört dem Bund.

Von der Knittkuhler Straße aus geht es in den Gruiters­aaper Weg, Schilder weisen darauf hin, warum es sich durchaus lohnt, in diese unscheinbare Straße einzubiegen. Hier geht’s Richtung Segelfluggelände, zum Reitstall auf Gut Wolfsaap oder zum Einkaufen und Ponys gucken auf Gut Grüters­aap. Wer jedoch mit dem Auto die erste Kurve passiert hat, bereut seine Entscheidung: Riesige, bis zu 20 Zentimeter tiefe Schlaglöcher machen ein Weiterfahren zum ­Vabanquespiel. Wenn es dann noch stark geregnet hat, gleicht der Weg einer Seenplatte, lässt sich nicht abschätzen, was unter der Wasseroberfläche lauert. Auch für Radfahrer oder Fußgänger stellt sich die Situation nicht viel besser dar.

Irgendwie war das gefühlt schon immer so, doch eine Informationsvorlage in der Bezirksvertretung 7 machte zuletzt Hoffnung auf Besserung. Dort hieß es, dass die Stadt in Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima), der Besitzerin der Straße, bezüglich eines Eigentumserwerbs stehe. Die Stadt hat inzwischen sogar ein Sanierungskonzept erarbeitet, das eine drei Meter breite, vorzugsweise asphaltierte Fahrspur vorsieht, mit hübschem Pflanzstreifen an den Rändern und Begegnungsbuchten für den Fahrzeugverkehr sowie 65 Parkplätzen auf dem Gelände von Gut Wolfsaap und Gut Grütersaap. So weit die Theorie.

Nach Informationen von Rainer Klöpper (CDU) sind die Verhandlungen zwischen Bima und der Stadt Düsseldorf gescheitert. Vor dem Hintergrund, dass nach der Aufgabe des Truppenübungsplatzes am Gruitersaaper Weg das Gelände für die Naherholung gesichert werden soll, die Bima eine Unterschutzstellung aber als „Einschränkung in der Grundstücksverwertung“ bewertet, fordert der Bund, dass die Stadt die Straße und die Wanderwege in ihren Unterhalt übernimmt – sprich, die dringend notwendige Sanierung dann auch selbst übernimmt. Das durchzuführen, hatte die Bima ohnehin stets abgelehnt, da es sich um Privatgelände handele. Weil das Konzept eine ökologische Aufwertung darstelle, könnten die prognostizierten Kosten von 500.000 Euro auf rund 330.000 Euro gesenkt werden. So weit, so gut.

Denn, wer nun genau die Finanzierung übernehmen würde, ist unklar. Im Raum steht eine Dreiteilung: die Bezirksvertretungen 7 und 6 (ein Großteil des Gruitersaaper Wegs liegt im Stadtbezirk 6) sowie der Rat übernehmen je ein Drittel der Summe, „gerade der Rat ziert sich aber“, sagt Klöpper, der prinzipiell mit der Regelung leben könnte. Denn: „Aktuell sieht es dort schlimmer aus, als je zuvor.“ Auch Sönke Willms-Heyng (FDP), der die Diskussionen seit zehn Jahren verfolgt, ärgert sich, dass einfach keine Fortschritte zu erkennen sind, „das ist nicht nur unbefriedigend, sondern auch gefährlich“. Ohnehin würde er eine Sanierung davon abhängig machen, dass der Gruitersaaper Weg auch in den Besitz der Stadt übergeht, „wir können es uns nicht leisten, Mittel für andere auszugeben. Der Eigentümer ist und bleibt in der Verkehrssicherungspflicht, notfalls muss die Stadt ordnungsbehördliche Maßnahmen ergreifen, denn eine Sperrung kann nicht die Alternative sein.“

Gerald Helmke von den Grünen in der BV6 hatte gefordert, dass Gelder für ein Konzept für den Gruitersaaper Weg in den städtischen Haushalt 2019 eingestellt werden. Mit Unverständnis hat er darauf reagiert, dass dies keine Berücksichtigung fand.