Bilk: Kleingärtner feiern drei Tage lang

Bilk : Kleingärtner feiern drei Tage lang

Seit 71 Jahren besteht der KGV Heinrich-Förster schon am Stoffeler Damm. Seitdem organisieren die Mitglieder jährlich ein Gartenfest, das sich über die Jahre hinweg auf mehrere Tage ausgedehnt hat.

Stadtweit gibt es 72 Kleingartenanlagen mit etwa 100 dazugehörigen Vereinen, die regelmäßig Feste für ihre Mitglieder ausrichten. Das jährliche Gartenfest im rund 200 Mitglieder starken Kleingartenverein Heinrich-Förster am Stoffeler Damm sticht dabei jedoch heraus, da es nicht bloß einen Tag, sondern, ähnlich wie ein Schützenfest, drei Tage dauert.

Auch dieses Jahr wurde dabei in der Anlage und dem Festzelt ein umfangreiches Programm geboten. Beim Schießen auf einen Holzvogel gab es für die Teilnehmer zwei Meter lange Dauerwürste zu gewinnen. Wie jedes Jahr wurde dabei auch wieder ein Gartenkönig ermittelt. Dieser trat jedoch noch in der Nacht von seinem Amt zurück. "Wir sind alle enttäuscht darüber", sagte Vereinsvorsitzender Johannes Volpert. Das Gartenkönigspaar vom Vorjahr, Peter und Renate Nuyen, ist deshalb auch dieses Jahr wieder im Amt.

Unterhaltung für Jung und Alt

Für die Musik beim Gartenfest sorgten neben der Gerresheimer Blaskapelle verschiedene Chöre aus der Region wie der Shanty-Chor aus Neuss, der Seemannslieder vortrug. Die Hammer Hammoniker traten dagegen im Stil der Comedian Harmonists in Frack und Zylinder auf. Am letzten Festtag kamen insbesondere die weiblichen Mitglieder des Vereins auf ihre Kosten, die sich im Festzelt von den Männern bewirten ließen. "Seit den 60er Jahren hat dieser Tag der Damen bei uns Tradition", sagte Vereinsvorsitzender Johannes Volpert. Für die Kinder gab es auf der Gemeinschaftswiese der Anlage eine Schminkaktion und eine Hüpfburg zum Toben. Viele von ihnen hatten ihre Fahrräder bunt geschmückt und zogen damit gemeinsam durch die Gartenanlage. Darunter war auch Volperts achtjährige Tochter Nora, die sich als Blume verkleidet hatte. Später ließ sie sich dann aber als Husky schminken.

"Zu unseren Mitgliedern zählen viele Familien mit Kindern, aber die Mischung von Jung und Alt ist ausgewogen", sagte Johannes Volpert. 180 Parzellen gibt es im Verein, die Grundstücke sind bis zu 420 Quadratmeter groß. "Es ist uns wichtig, dass die Kleingärtner dort nicht bloß grillen und Fußball spielen, sondern dass ein Teil des Gartens auch Nutzfläche ist", sagte Volpert. Marianne Steiner und ihr Mann Manfred etwa haben auf ihrem Grundstück Obstbäume und Gemüse angepflanzt. "Dieses Jahr war vor allem die Ernte der Bohnen erfolgreich", sagt Marianne Steiner. "Wir hatten so viel davon, dass wir unseren Nachbarn etwas abgegeben haben".

Kleinliche Nachbarschaftsfehden kenne man in der Anlage nicht, betont sie. Stattdessen helfe man sich gegenseitig. Das bestätigte auch Johannes Volpert. "Hier prüft niemand mit dem Zollstock nach, wie hoch die Hecken sind".

(rar)
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