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Stadtmitte: Klassiker des absurden Theaters neu interpretiert

Stadtmitte : Klassiker des absurden Theaters neu interpretiert

Das Ensemble "Theaterlabor Traumgesicht" spielt am Samstag "Asche zu Asche" von Harold Pinter.Der britische Dramatiker Harold Pinter hat es dem Zuschauer nicht leicht gemacht. Pinters Theaterstücke sind selten logisch oder leicht nachvollziehbar aufgebaut. Das Publikum braucht zuweilen viel Einfühlungsvermögen, um die Hintergründe der Stücke wie "Das Zimmer" (1957), "Ein leichter Schmerz" (1958) oder "Eine Art Alaska" (1982) zu entschlüsseln. Das Ensemble vom "Theaterlabor Traumgesicht" inszeniert Pinters Werke häufiger. Zurzeit hat sich das Team "Asche zu Asche" vorgenommen, und spielt es das Stück aus dem Jahr 1996 morgen auf der Bühne im Theatermuseum.

Die Geschichte: Devlin und Rebecca, ein Paar um die Vierzig, diskutieren die frühere Beziehung Rebeccas zu einem anderen Mann. Devlin drängt seine Partnerin nach Einzelheiten, aber je mehr er fragt, desto mehr blockt Rebecca ab. Gelegentlich scheint sie Devlin weder zu hören noch zu sehen. Was mit einem unterhaltsamen Abend begann, entwickelt sich zu einem Zwiegespräch über Treue und Macht. Es zeigt sich, dass das Paar nicht so vertraut miteinander ist, wie es zu Beginn scheint. In der Vergangenheit von Devlin und Rebecca gibt es düstere Ereignisse, die es aufzuarbeiten gilt.

Das Besondere an der morgigen Vorführung ist ihre Einmaligkeit. Das Konzept vom Theaterlabor Traumgesicht bindet die Zuschauer mit ein. Sie bekommen nach jeder Vorführung einen Fragebogen, auf dem sie Lob und Kritik notieren, die der Regisseur Wolfgang Keuter für die folgenden Aufführungen adaptiert. Das Ergebnis ist, dass aus "Asche zu Asche" der ursprüngliche aggressive Tenor gewichen ist und eine spielerische Auseinandersetzung dominiert. "Das Werk präsentiert eine neue Variante der Vergangenheitsbewältigung", sagt Gianni Sarto vom Ensemble Theaterlabor Traumgesicht. "Diese Vergangenheitsbewältigung geht über die Beziehung der Protagonisten hinaus."

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Wie alle Werke Pinters orientiert sich auch "Asche zu Asche" am sogenannten "Absurden Theater", das die Sinnfreiheit der Welt und orientierungslose Menschen darstellen möchte. Für Keuter ist seine Inszenierung trotz Veränderungen eine zeitgemäße Interpretation. "Das Stück will zeigen, nicht erklären. Aber Pinters Dialogen fehlt eine Wandlung. Unser Ziel ist, im Stück zu zeigen, dass erst der spielerische Umgang mit Konflikten eine Lösung überhaupt ermöglicht."

Die Hauptrollen in "Asche zu Asche" spielen Doris Horn, Stefanie Hölscher und Wolfgang Keuter. Die Akteure haben einen stummen Kollegen: eine männliche Schaufensterpuppe. "Die Gestalt symbolisiert Potenz, die das Paar nicht mehr erlebt, atmosphärisch aber noch vorhanden ist", sagt Keuter. "Die Puppe dient auch der Ablenkung von historischen Gräueltaten."

Der Eintritt kostet 15 Euro. Auch morgen greifen die Zuschauer nach Ende der Aufführung zu Stiften und Fragebögen, so dass "Asche zu Asche" am 27. Juli wieder anders vorgeführt wird. "Das Publikum sieht dann eine neue Interpretation des Dramas", sagt Sarto.

Morgen, 19.30 Uhr, Theatermuseum, Jägerhofstraße 1

(lod)