Benrath : Kirmes ohne Prummekuchen?

Die Benrather CDU würde den Bäckereien gerne die Möglichkeit eröffnen, zur Prummekirmes am Sonntag, 8. September, ganztägig zu öffnen. Die Aktionsgemeinschaft hat den Termin erst gar nicht beantragt. Der neue Schützen-Chef sorgt sich um die Zukunft der Traditionsveranstaltung.

Prummekirmes ohne Prummekuchen? "Das geht gar nicht", sagt Dirk Angerhausen, CDU-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung 9, der dieses Szenario auf jeden Fall verhindern will. Doch wie? Fakt ist bislang, dass die Aktionsgemeinschaft Benrath für die diesjährige Prummekirmes keinen verkaufsoffenen Sonntag beantragte (wir berichteten). Hinzu kommt, dass nach einem Konsens zwischen der Stadt, den Gewerkschaften und den Kirchen die Zahl der Sonntagsöffnungen in Düsseldorf in diesem Jahr reduziert werden sollten.

Händler für Maikirmes

Der Einzelhandel in Benrath soll nach einem Vorschlag der Verwaltung für die Politik nur an drei Sonntagen öffnen. Zwei davon sind stadtübergreifend: zur Messe Drupa (6. Mai) und am zweiten Advent. Für den dritten offenen Sonntag hatten sich die Benrather Händler deutlich für die von der Aktionsgemeinschaft Benrath (AGB) organisierte Maikirmes und gegen die von den Benrather Schützen durchgeführten Prummekirmes ausgesprochen, sagte AGB-Chefin Renate Rönnau.

Doch Angerhausen will den Wegfall des offenen Sonntags zur Prummekirmes nicht auf sich beruhen lassen: "Der ist immens wichtig für die Schützen. Deshalb wollen wir in der heutigen Sitzung der Bezirksvertretung einen Antrag stellen, dass dieser auf die Liste der zu beschließenden Sonntagsöffnungen wieder drauf kommt." Den Rückhalt der FDP habe man sich schon gesichert. Unklar sei, wie die anderen dazu ständen.

Unterstützung bekommt Angerhausen von CDU-Ratsmitglied Andreas Hartnigk, der als beratendes Mitglied in der BV sitzt. Er verweist darauf, dass der Wegfall der Herbstöffnung überhaupt nichts mit der Reduzierung der Termine zu tun habe: "Selbst mit diesem lägen wir in Düsseldorf unter der Zahl des ausgehandelten Kompromisses." Für Hartnigk liegt die Lösung auf der Hand: "Setzen wir die Sonntagsöffnung für den 9. September einfach auf die Liste. Letztlich können dann die Geschäfte öffnen, die wollen, wie etwa die Bäckereien."

Ordnungsdezernent Stephan Keller soll bereits zugesagt haben, dass man Lösungen dafür suchen wolle, dass die Bäckereien länger öffnen dürfen. Derzeit dürfen sie sonntags nur fünf Stunden lang verkaufen. Und einige Bäckereien in der Fußgängerzone verkaufen morgens bereits Brötchen. Doch auch wenn die Versorgung mit Pflaumenkuchen zur Prummekirmes gesichert sein mag; der neue Vorsitzende der Benrather Schützen, Klaus Voß, ist alles andere als glücklich, wenn die Geschäfte geschlossen bleiben: "Dann müssen wir die gesamte Veranstaltung noch einmal überdenken. Die offenen Geschäfte haben uns Zulauf gebracht." Dabei wissen sowohl er als auch Angerhausen und Hartnigk, dass die Besucherzahlen zur Prummekirmes nachgelassen haben. Als letzte Konsequenz fürchten sie gar ein mögliches Aus der Traditionsveranstaltung.

Thema im Schützenvorstand

In der übernächsten Woche soll die Zukunft der Prummekirmes in der Vorstandsitzung thematisiert werden. Mit welchem Ergebnis? Voß: "Ich habe keine Ahnung. Wir würden ja gerne selber dafür sorgen, dass wir auf der Bühne jemanden präsentieren, der landauf, landab bekannt ist und Menschen zu uns lockt. Aber unsere finanzielle Situation lässt das leider nicht zu." Andreas Hartnigk, der selber Mitglied bei den Schützen ist, ärgert sich vor allem über die mangelnde Kommunikation durch die Aktionsgemeinschaft Benrath: "Vor zwei Wochen, als wir erfahren haben, dass es zur Prummekirmes keinen verkaufsoffenen Sonntag geben wird, hat Herr Voß von sich aus Kontakt mit Frau Rönnau aufgenommen. Wenn die Einzelhändler das schon so lange wissen, warum wurden die Schützen nicht wenigstens vorab mal angeschrieben? Dann hätte man sich gemeinsam eine Lösung überlegen können. Aber jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen."

(RP)