Kaiserswerth: Kirchenfenster in neuem Glanz

Kaiserswerth : Kirchenfenster in neuem Glanz

Ein wenig roter und gelber Ocker, etwas Schwarz und ganz viel Weiß, dazu kaum Schmuck: Der helle, schlichte Innenraum der Suitbertus-Basilika strahlt Ruhe und Zurückhaltung aus. Umso stärker kommen die bunten Fenster zur Geltung, die jetzt instand gesetzt wurden. Während das Gemäuer der Kirche teilweise noch aus dem Spätmittelalter stammt, sind die Fenster erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Verschiedene Künstler waren damals mit der Gestaltung der Kirchenfenster beauftragt worden. Die Chorfenster sind zwischen 1948 und 1955 von dem in Aachen geborenen Künstler Walter Benner gestaltet worden, der unter anderem durch die Chorfenster im Aachener Dom bekannt war, mit 27 Meter die höchsten Kirchenfenster Europas.

Im Scheitelfenster des Chores in der Suitbertus-Basilika ist der Heilige Suitbertus dargestellt, mit Mitra und Bischofsstab. Benner habe viel mit Antik-Glas gearbeitet, das er teilweise zusätzlich schwärzte und bemalte, um den gewünschten Farbeindruck zu erreichen, erklärt Susanne Carp vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege: "Er hat sich sehr orientiert an der mittelalterlichen Malerei, vor allem an den leuchtenden Farben." Vermutlich durch die Beheizung der Kirche entstand Kondenswasser auf den Fenstern. Dadurch wurden sie teilweise beschädigt. Bei der Instandsetzung stand der Substanz-Erhalt an erster Stelle, erläutert Carp: "Wir haben Wert darauf gelegt, dass nur punktuell retuschiert wurde, aber nicht geschönt."

Glas- und Porzellanmaler Steffen Holtmann von den auf Restaurierungen spezialisierten Peters Studios sprach mit Susanne Carp die Herangehensweise ab. Die Chorfenster wurden von außen stabilisiert und neu verkittet sowie innen und außen gereinigt. Sprünge im Glas wurden verklebt, Fehlstellen mit Antik-Glas ersetzt. Vor allem die Reinigung innen sei knifflig gewesen, sagt Holtmann: "Die Fenster waren innen nachträglich mit Farbaufträgen versehen, die nicht eingebrannt waren und deshalb bei der Reinigung teilweise abgewaschen wurden." Dort mussten die Glasmaler sehr vorsichtig vorgehen und abgewaschene Stellen retuschieren.

Die Instandsetzung der Kaiserswerther Basilika geht inzwischen dem Ende zu. Ab dem 25. August können Gottesdienste voraussichtlich wieder in der Basilika stattfinden. Zum Suitbertusfest Anfang September wird der zuständige Architekt Bernhard Bramlage nochmals über die Sanierung berichten. Am Donnerstag, dem 6. September, ab 19 Uhr 30, hält er in der Basilika einen Vortrag unter dem Titel "Bilder und Pläne unserer Suitbertus-Basilika im Wandel der letzten 200 Jahre – bis zur heutigen Renovierung".

(RP)
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