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Unterrath: Kirche schließt endgültig Gemeindehaus

Unterrath : Kirche schließt endgültig Gemeindehaus

Die Evangelische Kirchengemeinde Unterrath gibt zum Monatsende das Gebäude an der Petruskirche auf. Neue Konzepte sollen aber weiterhin für ein lebendiges Gemeindeleben sorgen.

Am 31. März wird das Gemeindehaus der Petruskirche in der Straße Am Röttchen endgültig geschlossen. Die meisten Gruppen und Kreise sind bereits jetzt schon in andere Räume und an andere Orte umgezogen und nur noch vereinzelte Veranstaltungen haben dort in den letzten Wochen stattgefunden. Das mehr als 50 Jahre alte Gebäude ist stark sanierungsbedürftig, doch der Evangelischen Gemeinde Unterrath, zu der die Petrus- und Pauluskirche in Unterrath und die Matthiaskirche in Lichtenbroich gehören, fehlt das Geld für eine umfassende Renovierung. Nun soll das Haus verkauft werden. Interessenten gibt es bereits, aber zurzeit wird auch noch geprüft, ob die Immobilie innerkirchlich weitergegeben werden kann.

"Das Presbyterium arbeitet gerade an einem Konzept, wie das Gemeindeleben fortgesetzt werden kann. Künftig soll sich dieses aber verstärkt auf einen Standort konzentrieren", sagt Presbyteriums-Vorsitzender Kurt Schaaf. Wo dieser Standort dann liegen wird, steht aber noch nicht fest. Für die Erarbeitung des Konzeptes hat man sich die Unterstützung durch einen externen Berater geholt. Eine erste Sitzung mit diesem hat am 11. März stattgefunden. Die Gemeinde soll über die Entwicklungen und Vorschläge im Rahmen von Gemeindeversammlungen informiert werden. Die Nächste dieser Zusammenkünfte wird am 16. Juni sein, eine weitere ist im November geplant. Weitere Hilfe erhält das Presbyterium von Fachleuten der Bauberatung der Evangelischen Landeskirche. Diese werden alle Gebäude der Gemeinde auf weitere Nutzungsmöglichkeiten prüfen.

"Geschaut wird, welche Kosten welches Gebäude verursacht, was eine Umgestaltung kosten würde und wo und wie die aussehen könnte", sagt Schaaf. So soll das eigentliche Kirchengebäude der Petrusgemeinde, das Platz für 750 Menschen bietet, erhalten bleibt. "Man benötigt aber viel Fantasie für dieses Gebäude, um sich andere Aufteilungen vorzustellen", sagt Schaaf. Auch die Option, dass alle drei Kirchen einem Neubau weichen könnten, ist noch nicht vom Tisch, denn alles steht zurzeit auf dem Prüfstand. Die Ankündigung, das Gemeindehaus zu schließen, war vor einem Jahr auf heftigen Protest zahlreicher Gemeindemitglieder gestoßen, die sich zu der Interessengemeinschaft "Pro Petrus" zusammengeschlossen und über 560 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt haben. Kritisiert wird die schnell Vorgehensweise, mangelnde Informationen und dass erst ein Konzept erstellt werden soll, nachdem Gruppen ausgelagert wurden. Gerade für Senioren seien die Wege zu den anderen Zentren zu weit und schlecht erreichbar, führt die Interessengemeinschaft an. Deshalb wird zurzeit auch geprüft, ob Seniorengruppen in Räumen des Seniorenheims Königshof an der Unterrather Straße ausweichen können.

(RP)