Hamm : Kaputte Geräte und Unkraut

Anwohner von Hamm ärgern sich über den Zustand des Spielplatzes an der Fährstraße. Die Anlage mache einen vernachlässigten Eindruck, das Spielen dort könne für Kinder teilweise sogar gefährlich werden.

Der Spielplatz liegt ausgesprochen idyllisch im Herzen von Hamm am Ende der Fährstraße und direkt am Rheinufer. Trotzdem kann Hans-Dieter Cebella der Anlage nichts abgewinnen. "Das macht hier alles einen heruntergekommenen und verwahrlosten Eindruck", schimpft er. Seit einiger Zeit sucht der 69-Jährige regelmäßig den Spielplatz an der Fährstraße auf, wenn er mit Enkelin Lilly (drei Jahre) unterwegs ist. "Aber für die Kleine gibt es hier kaum geeignete Spielgeräte. Die Leitern an den beiden Holzhäusern sind viel zu steil, da kommen kleinere Kinder gar nicht hoch. Und wenn, dann ist die Gefahr, dass sie herunterfallen doch groß", meint der Rentner. Auch die beiden Schaukeln sind seiner Meinung nach für Kleinere ungeeignet. Auf das einzig geeignete Gerät für diese Altersgruppe, eine Vierer-Wippe mit kleinen Sitztierchen, lässt er seine Enkelin aber gar nicht erst drauf. "Schauen Sie sich das mal an, das Holz ist brüchig und voller Splitter. Da müssen sich die Kinder doch verletzen."

Von der Stadt vergessen?

Dass es auch anders geht, weiß Cebella aus der Rheinischen Post, wo er einen Hinweis auf den Fürstenplatz fand. "Der Spielplatz dort ist traumhaft schön." Cebella hat zudem aus der RP erfahren, dass die Stadt derzeit 820 000 Euro in die Renovierung von Spielplätzen investiert hat. "Den Platz hier haben die aber wohl vergessen. Hier sprießt das Unkraut und kaputte Spielgeräte werden nicht mal erneuert."

Darüber ärgert sich auch Katharina Brauer, die mit ihren drei Kindern im Alter von vier, fünf und neun Jahren den Spielplatz an der Fährstraße aufgesucht hat – offenbar aber eher notgedrungen. "Hier gibt es ja weit und breit keinen anderen." Sie ärgern besonders die fünf Holzpfosten in einem Sandkasten. "Das war mal ein Spielgerät, aber das ist jetzt schon seit einem Jahr kaputt und wird nicht renoviert." Die junge Mutter stößt sich ebenfalls an dem Zustand vieler Spielgeräte: "Die sind voller Splitter. Wenn die Kinder im Sommer barfuß laufen wollen, kann das gefährlich werden."

Hans-Dieter Cebella wünscht sich außerdem einen Warnhinweis an der direkt benachbarten Rheinmauer: "Dahinter geht es nämlich sechs Meter tief runter. Da wäre ein Hinweisschild durchaus angebracht. Denn Kinder klettern ja bekanntlich gern auf Mauern herum."

Bei der Stadt sieht man bezüglich des Spielplatzes nicht unbedingt Handlungsbedarf. "Da ist doch alles soweit in Ordnung", so ein Stadtsprecher. Dennoch will man in nächster Zeit einmal Mitarbeiter des Gartenamtes vorbei schicken, die unter anderem dem Unkraut zuleibe rücken sollen. Und dann kommt die gute Nachricht doch – nicht nur für Rentner Hans-Dieter Cebella: "Der Spielplatz steht auf dem Masterplan für das Jahr 2013", so der Stadtsprecher weiter. "Die Zustimmung der Politik vorausgesetzt, wird dieser dann generalüberholt."

(RP)