Kalkum : Schützen feiern mit den Jüngsten

Der Verein in Kalkum hatte sein Schützenfest in diesem Jahr ein wenig umstrukturiert: Im Festzelt gab es mehr Platz zum Tanzen und das Programm am Sonntag richtete sich vor allem an den Brauchtums-Nachwuchs.

"In so einem großen Zelt dürft ihr so laut sein, wie ihr könnt", ruft Tanzlehrerin Daniela Ritter den Kindern im Kalkumer Schützenzelt zu. Wo am Vorabend die erwachsenen Mitglieder der Schützenbruderschaft noch bis spät in die Nacht getanzt haben, hüpft am Sonntag der Kalkumer Nachwuchs zum "Kika-Tanzalarm-Lied" durch das große Zelt. Dabei waren die Lehrerinnen der "Tanzbar Budde" nicht das einzig Neue, was sich die Kalkumer Schützen anlässlich des diesjährigen Schützenfestes ausgedacht hatten: Auch das Festzelt auf den Wiesen nahe des Schlosses präsentiert sich in ungewohnter Konzeption - was vor allem den Tanzfreudigen unter den Schützen zu Gute kommt.

"Die Leute fragen mich die ganze Zeit, ob es dieses Jahr ein größeres Zelt als sonst ist", sagt Florian Kels. Von der Quadratmeterzahl her unterschied sich das diesjährige Festzelt nicht von seinen Vorgängern. Allerdings hatten sich der Geschäftsführer der Schützen und die Geschäftsführerin der Zeltwirtschaft, Nina-Thea Ungermann, von der Brauerei Schumacher, für dieses Mal eine neue, platzsparende Anordnung der Theken, Bänke sowie der Bühne ausgedacht. "Wir wollten einfach Dinge überdenken, die seit 400 Jahren bisher immer gleich geblieben sind, um ein bisschen neues Leben reinzubringen." Gepaart mit einer aufgefrischten Deko sorgte das neue, alte Festzelt besonders am Festabend der Schützentage für viel Anerkennung. Trotz Japan-Tag und dem Finalspiel der Champions League war das Zelt gut besucht. "Grob gezählt waren gestern um die 1800 Besucher da. Gemessen an der Einwohnerzahl von Kalkum war also gefühlt das ganze Dorf auf den Beinen", sagt Kels. Kein Wunder, denn die Schützentage sind in Kalkum der Höhepunkt des Jahres. "Die sind für Kalkum identitätsstiftend, weil hier sonst nicht mehr allzu viel das Jahr über los ist. Aber zum Schützenfest kommen auch die Weggezogenen wieder ins Dorf. Das ist wie ein zweites Weihnachten im Sommer", sagt Kels.

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Doch eine Lücke im Zeitplan bereitete den Organisatoren in den vergangenen Jahren immer wieder Kopfzerbrechen. "Die Leute kamen zwar zum morgendlichen Gottesdienst, sind dann allerdings in der Zwischenzeit bis zur Parade am Nachmittag wieder nach Hause gegangen. Das ist eigentlich Käse. Also wollen wir mit dem Familien-Programm dafür sorgen, dass auch zur Mittagszeit am Sonntag das Zelt voll ist", sagt Kels. Da Kalkum zudem ein geburtenreicher Stadtteil sein soll, böten sich solche Aktionen gerade für die Jüngsten an.

Damit also auch die Kleinsten Freude an den Brauchtumstagen entwickeln konnten, gab es neben der Tanzschule auch Luftballontiere, Kinderschminken oder "Schießstände" mit Wasserpistolen. Familie Crespo-Döler wäre wohl auch ohne das besondere Programm zum Festzelt gekommen - als gebürtige Kalkumer sind die Schützentage fest im Jahresplan eingetragen. "Obwohl wir ja offiziell Teil einer Großstadt sind, bleibt so der dörfliche Charakter von Kalkum erhalten", sagt Carolina Crespo-Döler. Ihr Bruder reise alljährlich aus München dafür an. Die neuen Angebote ermöglichten es nun, auch Töchterchen Mina problemlos mitzubringen. Zwar konnte die Vierjährige mit dem Brauchtum wohl noch nicht allzu viel anfangen - doch Tanzparty und Tiger-Schminke reichten für ein breites Lächeln aus.

(RP)