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Politiker wollen dörflichen Charakter von Düsseldorf Kalkum erhalten.

Quartiersentwicklung in Düsseldorf : Neubauten sollen zum Dorfcharakter passen

Die Bezirksvertretung 5 will nicht länger Bauprojekte genehmigen müssen, die nicht ins Ortsbild passen. Die Verwaltung soll die Vorgaben ändern.

Wenn es um Bauanträge geht, hat die Politik wenig Spielraum. Die Bezirksvertretungen werden zwar gehört, wenn es um Grundstücke von mehr als 1000 Quadratmetern geht oder Abweichungen vom Bebauungsplan geplant sind. Aber ein Projekt, dass nicht ihren Vorstellungen, wohl aber den gesetzlichen Vorgaben entspricht, können die Bezirksvertreter nicht ablehnen. Auch, wenn es schmerzt, wie im aktuellen Fall aus Kalkum.

Auf dem Grundstück Unterdorfstraße 37-37a und Gerichtsschreiberweg 43-49 sind vier Doppelhaushälften und einZweifamilienhaus mit jeweils einer Garage und einem Stellplatz geplant. Das Areal, auf dem zuvor nur ein Einfamilienhaus stand, liegt nicht außerhalb eines Bebauungsplans, weshalb sich die Bebauung an den Nachbargebäuden orientieren muss. Und das ist bei dem Projekt der Fall. Weil es etwa im Umfeld bereits  Häuser gibt, die höher sind als die geplanten, besteht ein Rechtsanspruch auf Genehmigung des Bauvorhabens. Die hat die Bezirksvertretung 5 nun auch in geheimer Abstimmung mehrheitlich erteilt.

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Waldemar Fröhlich (Grüne) kann dennoch gut verstehen, dass Anwohner gegen dieses Vorhaben aufbegehren, das mit der Charakteristik eines Dorfes nichts zu tun habe. „In einem Dorf gibt es Gärten, Bäume, niedrige Schuppen und Nischen, die vor Einsehbarkeit schützen. Das alles hat der hier vorgelegte Bauantrag nicht, er ist unpassend und rücksichtslos gegenüber der umgebenden Bebauung“, sagt Fröhlich.

Die Bezirksvertretung 5 ist deshalb einem Antrag der Grünen gefolgt, mit dem die Verwaltung gebeten wird, zügig Vorschläge zu präsentieren, wie der dörfliche Charakter von Lohausen und Kalkum festgestellt und erhalten werden kann. Denn das Projekt an der Unterdorfstraße ist kein einzelner Problemfall. „Es fehlt in mehreren Vierteln im Düsseldorfer Norden ein ordnender Bebauungsplan, und das macht den Bürgern Sorge“, sagt Ratsherr Andreas Auler (CDU) und verweist auf die Angermunder Graf-Engelbert-Straße, für die seit Jahren eine Denkmalbereichssatzung gefordert wird. Weil es diese immer noch nicht gint, konnten dort bereits mehrere, von den Politikern nicht gewünschte, Neubauten entstehen.

Da auch Häuser an der Lohauser Feldstraße und Im Grund durch Neubauten ersetzt werden sollen, hat die Bezirksvertretung nun einen Ortstermin in Lohausen und Kalkum mit der Fachverwaltung beantragt. „Dort soll dann die Problematik unangepasster Bebauung erörtert werden“, sagt Fröhlich.