Pferde bereichern den Festumzug der Schützen durch Düsseldorf Kalkum

Schützenfest Kalkum : Pferde bereichern den Festumzug durch Kalkum

Die Schützen wollen an diesem Reiter-Brauch festhalten. Sie achten deshalb auf vielfältige Weise auf Sicherheit. Doch die Angst vor Verboten ist groß.

Es war ein prachtvoller Anblick, als das Reiter-Corps der Kalkumer Schützen mit seinen Pferden den gestrigen großen Festumzug durch die Straßen von Kalkum bereicherte. 40 Pferde waren vertreten, darunter 28 Reitpferde und 12 Tiere, welche die Kutschen und Planwagen zogen. „Wir sind im Düsseldorfer Norden der Festzug mit den meisten Pferden. Und für uns wäre ein Schützenfestzug ohne Pferde kein richtiger Schützenzug“, sagt Friedhelm Brücker, Vorsitzender des Reiter-Corps.

Er spielt damit auf eine Entwicklung an, welche die Reiter in letzter Zeit beschäftigt. So lässt das Comitee Düsseldorfer Carneval aus Sicherheitsgründen Kutschen im Rosenmontagszug nicht mehr zu und die Schützen befürchten, dass es ähnliche Beschlüsse oder gesetzliche Vorgaben auch für sie geben könnte. Hintergrund ist ein Unfall 2018 beim Rosenmontagszug in Köln, als Pferde durchgingen und mehrere Menschen verletzt wurden. „Pferde gehören aber zum Brauchtum dazu. Wir wollen daran festhalten und achten verstärkt auf Sicherheit“, sagt Brücker.

„Nur die Tiere, die dafür trainiert wurden, werden beim Umzug eingesetzt“, sagt Rittmeister Dietmar Kersting. Und natürlich auch nur geübte Reiter. Peter Hoffmann musste in diesem Jahr ins „Trainingslager“. Weil Standartenträgerin Verena Rupp durch ihren Ehemann Marcus zur Regimentskönigin wurde und deshalb gestern in der festlichen Königskutsche durch Kalkum fuhr, wurde ihr Amt von Hoffmann übernommen. Dieser hatte zunächst mit einem Besen geübt, bevor er dann mit der Fahne probeweise über die Felder von Kalkum ritt.

Die Pferde von Mitgliedern, die beim Zug geritten werden sollen, besuchen vorher noch das Tambour-Corps. „Dadurch wird unsere Einschätzung, dass den Tieren die Musik nichts ausmacht, noch einmal überprüft“, sagt der Rittmeister. Weitere, extra dafür trainierte Pferde werden von einem Hof in Oppum übernommen. „Wir fahren dann dorthin und üben in einer großen Gruppe, da das schon einmal turbulent werden kann“, sagt Brücker.

Aber auch bei Kutschen, die den Zug begleiten, wird auf Sicherheit geachtet. Die Fahrer müssen einen Kutschenführerschein besitzen und die Fahrzeuge selbst werden regelmäßig gewartet. „Daraus machen wir immer ein kleines Event“, sagt Kersting. Für ihren Auftritt investieren die Schützen aber nicht nur Zeit, sondern auch Geld, beispielsweise für die Miete der Pferde und für die Anschaffung der Ausrüstung und Uniformen für die Menschen. Deshalb ärgert es die Reiter, wenn sie „blöde“ angemacht werden. „Leider von Menschen, die gar keine Ahnung davon haben, was und wie wir was machen. In der Regel bekommen wir aber viel Applaus, wenn wir vorbeiziehen“, sagt Brücker.

Und die Pferde, die am Ende des Zuges rund zweieinhalb Stunden im Einsatz waren, anschließend eine Dusche, und sie dürfen dann auf die Weide.

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