Geschichte : Info-Tafel für die Kalkumer Mühle

Besucher finden jetzt Informationen zur mehr als 750 Jahre alten Wassermühle.

Gut versteckt liegt sie, umgeben von Bäumen, ein kleines Bächlein fließt daran vorbei, und fast jeden Morgen kommen die Enten, die mal mehr, mal weniger laut quaken. Die alte denkmalgeschützte Wassermühle in Kalkum, die 1265 erstmals in einem Schriftstück erwähnt wurde – in einer Urkunde, die den Verkauf eines Waldstückes der Abtei Gandersheim dokumentiert. Bei Kalkumern und Kennern der historischen Häuser im Stadtteil ist die Mühle an der Oberdorfstraße längst bekannt. Damit aber Ortsfremde – Radfahrer und Fußgänger, die zufällig vorbeikommen – auf die besondere Historie hingewiesen werden, gibt es jetzt eine Tafel gleich hinter dem Zaun an der Straße, auf der die Geschichte der Mühle aufgearbeitet wird.

Mächtig zu kämpfen hatte Ulrich Francke vom Kulturkreis Kalkum, als er die Füße des Gestells für die Tafel in den Boden eingraben wollte, dicke Wurzeln waren im Weg. Umso einfacher gelingt ihm der Feinschliff gestern Vormittag, nur ein paar Schräubchen braucht Francke, um die Glasscheibe zu montieren. Natürlich nicht allein, der Vorsitzende des Kalkumer Kulturkreises, Gerhard Becker, ist gekommen, Heimatforscherin Rita Becker, die den Text ausgearbeitet hat, auch. Den kürzesten Weg hat Mathias Neumann, der seit neun Jahren in der Mühle wohnt und sich geehrt fühlt, dass sein Haus jetzt eine Tafel hat, „das zeigt, dass die Mühle geschätzt wird“, findet er. Angst vor ungebetenen Besuchern hat Neumann keine, ab und an verirrt sich auch mal jemand auf sein Grundstück. „Das ist okay, nur hinters Haus sollten die Leute dann nicht“, sagt der Mühlen-Bewohner.

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Die Tafel an der Oberdorfstraße ist nicht die erste im Stadtteil: Die Geschichte vieler Häuser in Kalkum reicht bis ins Mittelalter, 20 Erklärschilder gibt es bereits. Die Mühle ist Nummer 21, das 22. ist schon in Arbeit, „ein Hof in Zeppenheim wird eine bekommen“, sagt Rita Becker, die mehr als vier Jahre an einem Buch über die Kalkumer Mühle gesessen hat und sich noch an so manches Highlight erinnern kann bei der Recherche: „Als ich die Urkunde mit der ersten Erwähnung von 1265 in der Hand hatte – das war schon toll“, findet sie.