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Düsseldorf: Workshop soll Klarheit über Zukunft von Schloss Kalkum bringen

Baupläne in Düsseldorf : Workshop soll Klarheit über Zukunft von Schloss bringen

Einige Fragen wurden bei der Bürgerversammlung beantwortet. Zu tief in die Karten gucken lassen will sich der Investor aber nicht.

Stühle sind keine mehr frei, schon eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung. Die Besucher quetschen sich am Eingang, vor der Tür, manche sitzen draußen auf den Stufen. Es scheint, als wäre das ganze Dorf gekommen zur Infoveranstaltung, zu der CDU-Ratsherr Andreas Auler gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Olaf Lehne eingeladen hatte. Das Schloss Kalkum liegt den Menschen im Stadtteil am Herzen, und nicht nur das Schloss, sondern auch die Flächen drumherum. „Wir sind gegen eine Bebauung des Feldes“, sagt Birgit Wirtz, „der Dorfcharakter würde verloren gehen“, fügt ihr Mann Rainer hinzu, der sich zudem fragt, wie der Verkehr abgewickelt wird, wenn 150 Wohneinheiten auf dem Areal gebaut werden.

Diese Zahl steht zumindest im Raum, bestätigt hat sie Investor Peter Thunnissen nicht bei der Veranstaltung im Landhaus Freemann, er will nicht vorausgreifen, lieber den Workshop abwarten, der am 2. Juli stattfindet. Sicher ist eigentlich nur, dass nichts sicher ist, denn Thunnissen hat sogar noch die Option, bis zum 31. Dezember 2019 von seinem Kaufvertrag zurückzutreten, sollte man sich nicht einigen können beim Thema Wohnbebauung. Wenn das passiert, „gibt es aber keinen Plan B“, warnt Auler. Die Immobilie würde im Besitz des Landes bleiben, sie würde weiter leerstehen und nur das Nötigste daran getan, „damit sie nicht ganz zusammenfällt. Wir sollten also nicht alles im Vorfeld schon blockieren und ablehnen“, sagt Auler, der trotzdem noch viele Fragen hat, die unbeantwortet geblieben sind. Etwa, ob es eine Stiftung geben wird und wer sich alles beteiligen will bei der geplanten kulturellen Gestaltung des Schlosses.

Dass Düsseldorf dringend Wohnungen braucht, das weiß der Kalkumer Eckart Fischer. „Aber der muss nicht auf einem Grundstück realisiert werden, der zu einem historischen Ensemble gehört.“ Die Idee, im Schloss eine Musikakademie zu integrieren, gefällt Fischer, der aber gleichzeitig hofft, „dass der Investor an den Vorgaben im Bauverfahren scheitert“. Ohne Wohnungen wird es aber auch kein Konzept für das Schloss geben, keine Sanierung, „das Schloss ist eine Non-Profit-Maßnahme“, sagt Thunissen, der 20 Millionen Euro investieren würde, der aber im Gegenzug Geld mit den Wohnungen machen will, die alle vermietet werden sollen, unter anderem an Studenten. Am liebsten würde Thunissen schon 2021 das sanierte Schloss öffnen, 2022 dann mit der Bebauung des Felds starten. „Damit wollen wir den Menschen die Sorge nehmen, dass sobald Baurecht geschaffen ist, wir das Schloss verkommen lassen.“