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Weihnachten 2020 Düsseldorf: Stadtteile setzten auf kleine Buden und Licht

Corona in Düsseldorf : Wo es ein bisschen weihnachtet

Die Stadtteilzentren gehen unterschiedlich mit den neuen Corona-Vorgaben um. In Benrath und Kaiserswerth stehen Buden, in Eller und Oberkassel setzt man auf Licht und Dekoration. In Gerresheim hat die Stadt den Markt untersagt.

In Weihnachtsstimmung zu kommen, ist in diesen Tagen schwer. So gut wie alles ist verboten – ganz egal, ob im privaten Bereich oder draußen auf der Straße. Kostenpflichtiger Inhalt Trotzdem versuchen vor allem Werbegemeinschaften und Händler, ein bisschen Weihnachtsatmosphäre in die Stadtteile zu bringen.

Kaiserswerth Familie Hermann, die seit 15 Jahren den Weihnachtsmarkt in Kaiserswerth organisiert, ist froh, dass sie zumindest vier Buden auf dem Klemensplatz aufbauen durfte. „Das hilft uns, uns wenigstens etwas über Wasser zu halten“, sagt Niels Hermann. Er freut sich, wieder arbeiten zu können und mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. „Wir merken, dass die Leute raus und etwas anderes sehen wollen. Unsere Stammkunden freuen sich, dass wir trotz aller Vorgaben wieder da sind und halten uns die Treue.“ Geöffnet sind die vier weihnachtlichen Holzbuden bis zum 6. Januar täglich von 11 bis 19 Uhr. Angeboten werden gebrannte Mandeln, Reibekuchen und Crêpes. Und Herrmann selbst wird seine patentierte Düsseldorfer Bratwurst verkaufen, die der eine oder andere von der Rheinkirmes kennen dürfte. In der nächsten Woche will Hermann noch einige Tannenbäume aufstellen, um eine schöne Atmosphäre zu schaffen. „Gemütlich wie auf dem Weihnachtsmarkt wird es leider nicht, denn die Leute dürfen ja nicht verweilen.“

Oberkassel Halbherzig wollte Birgit Neisser, die Vorsitzende von „Wir in Oberkassel“, den Weihnachtsmarkt nicht planen. „Buden aufstellenKostenpflichtiger Inhalt , ohne zu wissen, dass sie öffnen dürfen, das macht keinen Sinn“, sagt Neisser, die aber stolz ist, dass die Luegallee wieder beleuchtet ist. 69 Bäume, jeder mit 2000 Lichtern geschmückt – „sogar diese Aktion stand auf der Kippe“, sagt die Vorsitzende. Weil die Lichtinstallation von ansässigen Händlern finanziert wird, viele davon haben ein hartes Jahr hinter sich, mussten im ersten und auch jetzt im zweiten Lockdown schließen. „Wir feiern unsere Baumpaten“, sagt Neisser, die sich mit ihren Kollegen eigentlich auch etwas überlegt hatte für den 6. Dezember. „Aber den verkaufsoffenen Sonntag wird es nicht geben dank Verdi“, sagt Birgit Neisser.

Benrath In der Benrather Fußgängerzone kommt schon richtige vorweihnachtliche Stimmung auf. Kostenpflichtiger Inhalt Der Stadtteil beteiligt sich am Heimatwinter. Eine Handvoll Buden sind vor der Kirche St. Cäcilia aufgebaut, so wie an Nordstraße in Pempelfort und der Königsallee. Es gibt Würstchen vom Grill, Reibekuchen, Crêpes und Waffeln sowie Süßigkeiten. Verzichten müssen die Passanten wegen Corona auf Glühwein und andere alkoholische Getränke. Zudem dürfen die Speisen nur mit 50 Metern Abstand zum Verkaufsort verzehrt werden. Mitglieder der Aktionsgemeinschaft Benrath haben dabei geholfen, die Fußgängerzone weihnachtlich zu schmücken. Die Buden haben auf jeden Fall während der Öffnungszeit der Geschäfte offen.

Eller Mit einem Weihnachtsmarkt hat es in Eller auch die vergangenen Jahre nie so richtig klappen wollen. Rund um die Gumertstraße setzt man wie auch in Oberkassel auf die Beleuchtung. „Unser Elektriker Marc Schmidt hat uns den Aufbau geschenkt“, erzählt Jürgen Hagendorn, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Individueller. Vor dem Rathaus ist dazu der große Weihnachtsbaum aufgestellt worden, der von der Politik jedes Jahr finanziert wird. Normalerweise wird er von Kindern der Grundschule in Eller dekoriert. Weil das wegen des Abstandsgebots in diesem Jahr nicht möglich war, „haben wir das selber gemacht“, sagt Hagendorn. Einen Baum gibt es auch auf dem Oberbilker Markt, um den sich der Bürgerverein kümmert. Seit ein paar Tagen steht er bereits, Kitas und Grundschulen basteln gerade fleißig Schmuck.

Bilk/Unterbilk Die Zustimmung für den Aufbau von acht Buden vor den Düsseldorf Arcaden gab es von der Bezirksvertretung 3 in der vergangenen Sitzung. Ob der kleine Weihnachtsmarkt vor dem Einkaufszentrum tatsächlich kommt, ist aber noch ungewiss. Das Centermanagement warte noch auf ein Signal der Stadt, „dort liegt momentan das Hygienekonzept“, sagt Sprecherin Anna Niemann. Am 1. Dezember sollte es eigentlich losgehen, die Stände hätten bis zum 30. Dezember mit wenigen Ausnahmen täglich öffnen sollen. Wir möchten, dass ein bisschen Stimmung aufkommt und die Schausteller etwas verdienen“, sagte Bezirksbürgermeister Dietmar Wolf, der dem Antrag zustimmte, aber auch forderte, dass das Ordnungsamt regelmäßig kontrolliert, ob Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen eingehalten werden.

Gerresheim Am Freitagnachmittag fiel in Gerresheim die Entscheidung: „Wir werden keinen Weihnachtsmarkt durchführen, weil die Stadt es uns untersagt hat“, sagt Santano Traber, Vorsitzender der Werbe- und Interessengemeinschaft Gerresheim (WIG), die ab dem 3. Dezember ein Weihnachtsdorf auf dem Gerricusplatz aufbauen wollte. „Nicht einmal die 500 Euro, die wir für den Gestattungsvertrag zahlen mussten, will die Stadt zurückzahlen“, erklärt Traber empört. Er plant jetzt, einen Brief an den neuen Oberbürgermeister zu schreiben. „Wir haben dasselbe To-Go-Konzept wie in der Innenstadt vorgelegt. Dort wurden Stände erlaubt, bei uns in Gerresheim nicht. Das ist schlichtweg ungerecht.“