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Tag der Pflege zum 200. Geburtstag der Reformerin Florence Nightingale

Geschichte der Pflege in Düsseldorf : Die berühmteste Schülerin Kaiserswerths feiert Geburtstag

Die engagierte Reformerin Florence Nightingale hat sich 1851 in Kaiserswerth über die Krankenpflege informiert. Heute wäre sie 200 Jahre alt geworden. Eine Feier in Kaiserswerth wurde verschoben.

Am heutigen Dienstag, 12. Mai, wird der 200. Geburtstag der  Reformerin Florence Nightingale gefeiert. Deshalb hat die Weltgesundheitsorganisation WHO dieses Jahr als Jahr der Pflege ausgerufen. Der Geburtstag selbst wird schon seit den 1960er Jahren als internationaler Tag der Krankenpflege begangen. Eine Feier war vor Corona eigentlich auch heute im Stadtteil Kaiserswerth geplant, der für Florence Nightingale eine besondere Bedeutung hatte. Hierher kam die reiche englische Bürgerstochter 1850 für 14 Tage und dann 1851 für drei Monate, um sich mit der Arbeit von Theodor Fliedner in der Krankenpflege vertraut zu machen.

Diese Aufenthalte prägten ihren  weiteren Lebensweg nachhaltig. Sie notierte damals: „Die hygienischen Zustände waren fürchterlich. Aber der Umgangston war vorbildlich, ja geradezu bewundernswert. Und Pastor Fliedners Ansprachen an die Seminaristinnen das wirklich Beste, was ich je gehört habe.“ Nightingale, die später eine Professionalisierung der Krankenpflegeausbildung begründete und Impulse für die Gründung des Roten Kreuzes im Jahr 1864 sowie die Verabschiedung der Genfer Konvention gab, gilt als die wohl berühmteste Schülerin Kaiserswerths.

Deshalb wurde auch das 1975 in Kaiserswerth neu eröffnete Krankenhaus nach ihr benannt. Zur Grundsteinlegung 1970 war extra Prinzessin Anne aus England gekommen, was die Bedeutung Nightingales zeigt. Vier Jahre später wurde zu Ehren von Nightingale eine Büste von ihr im Klinik-Foyer aufgestellt. Dabei handelt es sich um eine Nachbildung der Büste, die bereits 1959 im Skulpturenpark am Herbert-Eulenberg-Weg installiert wurde. Sie stammt von dem Engländer John Steell aus dem Jahr 1862. Am gleichen Tag pflanzte die Schwesternschaft auf einer Wiese am neuen Krankenhauses eine „Nightingale-Eiche“. „Ob der Baum noch heute existiert, ist nicht ganz sicher“, sagt Norbert Friedrich von der Fliedner Kulturstiftung Kaiserswerth. Die Büste gibt es noch, doch steht sie zurzeit nicht mehr im Foyer. Da das Krankenhaus in den letzten Jahren umfassend umgestaltet und dabei auch die Eingangssituation verändert wurde, wurde das Kunstwerk abgebaut und im Verwaltungsgebäude zwischengelagert.

Zum runden Geburtstag sollte es eigentlich im neuen Klinikfoyer bei einer Dankesfeier für die Pflegenden des Hauses wieder aufgestellt werden. Das wurde nun auf unbestimmte Zeit verschoben.