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Düsseldorf: Supermarkt-Pläne spalten den Stadtteil

Düsseldorf : Supermarkt-Pläne spalten den Stadtteil

Bei der Mobilen Redaktion der Rheinischen Post zeigte sich am Donnerstag, dass die Kaiserswerther sehr unterschiedliche Wünsche an den Einzelhandel stellen. Eine Verbesserung der Nahversorgung ist aber ein allgemeines Anliegen.

Die Kaiserswerther beschäftigt schon seit mehreren Jahren, wie sich der Einzelhandel weiter entwickeln soll. Sehr emotional und kontrovers wurde bei der Mobilen Redaktion der RP dabei die geplante Ansiedlung eines Supermarktes auf dem Dreiecksparkplatz im Eingangsbereich von Kaiserswerth diskutiert. "Der vorhandene Rewe-Markt ist zu klein und die Parkplatzsituation dort ungünstig. Wir brauchen deshalb ein neues Angebot", sagt Hermann Meisner. Wie viele andere Bürger wünscht er sich einen weiteren Supermarkt mit einem größeren Sortiment. "Und mit ausreichend Parkmöglichkeiten, denn das gehört heute einfach dazu", ergänzt Armin Mahn.

Karin Esch, Vorstandsmitglied der Werbegemeinschaft "Wir Kaiserswerther", erhofft sich eine Belebung des Ortskerns durch einen neuen Supermarkt. "Wir müssen doch dafür sorgen, dass nicht die Kaufkraft in die anderen Stadtteile abfließt", sagt Esch und nennt die Supermärkte in Lohausen, Duisburg und Einbrungen. Das sieht Christel Hülsenbusch ähnlich. "Kaiserswerth wartet so lange, bis es sich total isoliert hat." Einzelhändlerin Gabriele Tappert befürchtet aber, dass in Kaiserswerth die Konkurrenz für die bestehenden Geschäfte zu groß wird. "Gerade entwickelt sich hier mit neuen Läden etwas und es wäre bedauerlich, wenn diese Bemühungen zerstört würden", sagt Tappert. Vielfach wird auch befürchtet, dass dann Rewe, der letzte Lebensmittelmarkt im Ortskern, schließen wird. "Dann haben aber die vielen Senioren keine Möglichkeit mehr, zu Fuß einzukaufen", gibt Ulrike Schneider vom Seniorenbeirat zu bedenken.

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Die Senioren haben es aber bereits jetzt schon schwer, sich in Kaiserswerth mit seinem Kopfsteinpflaster fortzubewegen. "Wenn der Kaiserswerther Markt neu gestaltet wird, muss ein glattes Pflaster verwendet werden, damit das Laufen mit dem Rollator leichter wird", wünscht sich Agnes Bröcker. Bei der Gestaltung dieses Bereiches wünschen sich Marlies Meyer-Jander und Hans Meyer, die sich per E-Mail zum Thema zu äußern, eine Beteiligung der Bürger. "Es wäre schade, wenn Kaiserswerth sein historisches Ortsbild am baumbestandenen, einladenden Markt zu einer beliebigen Ortsmitte mit womöglich mehr Autoverkehr und Parkplätzen verkommen ließe", schreiben sie.

Der bisherige Charme des Einkaufens in alten Stadtkernen machen nach Meinung von Walter Tomelleri viele kleinere Läden mit einem speziellen Sortiment aus. "Ein Monstrum von Supermarkt würde das Viertel kaputt machen." Und zudem den Eingangsbereich von Kaiserswerth verunstalten, wird vielfach befürchtet. Einigkeit bei den Kaiserswerthern herrscht bei dem Wunsch nach einer Drogerie und einem Haushaltswarengeschäft mit Kurzwaren. "Für den Kauf dieser Dinge muss man jetzt weit fahren", bedauert Kornelia Wallraven-Fechner. "Man muss aber realistisch bleiben. Für solche Unternehmen gibt es keine ausreichenden Flächen im Ortskern", sagt Immobilienhändler Hubert Stech. "Grundsätzlich sollte eine repräsentative Umfrage durchgeführt werden, um zu erfahren, was gewünscht wird", sagt Hans Georg Roth.

(RP)