Düsseldorf: "Pastor Jääsch" wird gewürdigt

Düsseldorf: "Pastor Jääsch" wird gewürdigt

Mit einem Archiv gedenken die Düsseldorfer Jonges des Ex-Gefängnis-Pfarrers.

Die Idee, mit einem Archiv den in Düsseldorf als "Pastor Jääsch" bekannten Gefängnis-Pfarrer (1805-1867) zu würdigen, entstand bei den Düsseldorfer Jonges bereits vor mehr als zehn Jahren, sagt Bernd Henning, Baas der nach dem Pastor benannten Tischgemeinschaft. Seither wurde viel gestöbert und gesammelt- in privaten Kellern ebenso wie in städtischen Einrichtungen.

Da dank der Kaiserswerther Diakonie nun auch eine passende Räumlichkeit sowie weitere Sponsoren für Ausstellungsstücke wie Bücher, Dokumente und Gemälde gefunden wurden, kann das Archiv nun nach langen Jahren der Vorbereitung an der Geschwister-Auricht-Straße 3 seine Arbeit aufnehmen.

Das Leben und Wirken von "Pastor Jääsch", nach dem in der Altstadt auch ein Weg benannt ist, ist in Düsseldorf eng mit Theodor Fliedner verbunden, der 1836 in Kaiserswerth die Diakonissen-Anstalt für Pflegerinnen gründete. Dass das Archiv nun auf dem Gelände der Kaiserswerther Diakonie untergebracht wird, ist daher also durchaus auch inhaltlich begründet.

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Der katholische Geistliche, der 1805 als Friedrich Eduard Gerst geboren wurde und bis zu seinem 20. Lebensjahr als Schreiner arbeitete, setzte sich mit dem evangelischen Pfarrer Fliedner für die Resozialisierung der Strafgefangenen in der damaligen Arrestanstalt in der Altstadt ein - das ehemalige Gefängnistor markiert heute den Eingang zum Filmmuseum an der Schulstraße, eine Gedenkplakette im Pfarrhaus an der Schulstraße erinnert an "Jääsch".

Von 1841 bis 1868 war Gerst dort der erste Gefängnispfarrer der Stadt. Im düsteren und erbärmlich eingerichteten Arresthaus widmete er sich den Straffälligen, versuchte sie auf den Weg der Tugend zurückzuführen. Häufig predigte er auf Platt, bekam daher auch den plattdeutschen Namen und war bekannt für seine lebensfrohe und weltoffene Art. 1867 wurde er auf dem Golzheimer Friedhof begraben.

(RP)
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